Ermittlungen eingestellt

Zahmes Wild in Bausendorf erlegt: Staatsanwaltschaft findet keinen Täter

Ende 2023 sollen bei Wittlich zahme Tiere in den Wald gebracht und erlegt worden sein, die es dort in freier Wildbahn nicht gibt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, aber erfolglos.

Teilen

Stand

Von Autor/in Maximilian Storr

Am 16. Dezember 2023 wurde in einem Wald in Bausendorf (Landkreis Bernkastel-Wittlich) eine Drückjagd für eine niederländische Jagdgesellschaft durchgeführt, die später die Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigte.

Der Vorwurf: Bei der Jagd soll Damwild erlegt worden sein. Tiere, die in der Region in freier Wildbahn überhaupt nicht vorkommen und extra mit Transportern in den Wald gebracht wurden. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz stellte später fest, dass im Fleisch der Tiere Beruhigungsmittel gefunden worden waren.

Damwild soll betäubt worden sein

Waldbesitzer und Jäger Reiner Miesen hatte damals den Verdacht, dass bei der Jagd nachgeholfen wurde, um den niederländischen Jagdtouristen ein Erfolgserlebnis bieten zu können. Er hatte Fotos gemacht und seinen Verdacht der zuständigen Kreisverwaltung gemeldet.

Aus seinem Auto machte Reiner Miesen diese Fotos von den Tieren. Sie lassen sich von dem  heranfahrenden Auto nicht vertreiben.
Aus seinem Auto machte Reiner Miesen diese Fotos von den Tieren. Sie lassen sich von dem heranfahrenden Auto nicht vertreiben. privat

Der Kreis Bernkastel-Wittlich hatte danach den Jagdleiter bei der Staatsanwaltschaft Trier angezeigt. "Es besteht der dringende Verdacht, dass es sich bei dem Damwild um Gatterwild handelt", schrieb die Kreisverwaltung damals. Es ging also um zahme Tiere, die nicht mehr in freier Wildbahn leben und den Fluchtinstinkt verloren haben.

Jagdpächter bestreitet Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft hatte danach Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. Doch diese sind mittlerweile eingestellt worden, schreibt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage.

Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Trier erfolglos

Demnach konnte kein Täter ermittelt werden. Weiter heißt es: "Der beschuldigte Jagdpächter hat bestritten, Damwild zu Jagdzwecken betäubt und ausgesetzt zu haben." Die Behauptung des Jägers habe sich nicht widerlegen lassen, so die Staatsanwaltschaft.

Es sei nicht geklärt worden, woher die Tiere stammten. Außerdem sei unklar, wer das Damwild in den Wald gebracht habe. Die Ermittlungen seien daher erfolglos verlaufen.

Mainz

Rechtliche Hürden Westerwälder "Problemwolf" wird vorerst nicht gejagt

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium wird den sogenannten Problemwolf aus dem Westerwald zunächst nicht erneut zum Abschuss freigeben - obwohl das Tier wieder Schafe gerissen hat.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Maximilian Storr
Maximilian Storr