Matsch klebt an den Schuhen von Christoph Halbe, mit jedem Schritt sinkt er etwas in den Boden ein und er muss aufpassen, nicht in eine Pfütze zu treten. Ihn und die etwa 30 anderen Menschen, die auf einem Feld vor dem Hofgut Serrig arbeiten, kümmert das wenig.
Sie schieben Schubkarren durch den Matsch, rammen Schaufeln in die Erde, überall stehen Pflanzkübel. Alle haben gute Laune und lachen viel. Es ist ein Miteinander und genau das ist das Ziel der Aktion "Baumstark für alle" auf dem Hofgut Serrig. Entstehen soll am Ende eine 55 Meter lange Naturhecke aus Sträuchern, die um ein Feld entlang gepflanzt wird.
Es geht darum, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenzubringen.
Das Projekt wurde von der Lebenshilfe-Werke Trier, dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Hofgut Serrig ins Leben gerufen. Mit dabei sind Beschäftigte mit Beeinträchtigung vom Hofgut, Schüler einer fünften Klasse aus Saarburg und andere Ehrenamtliche.
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Christoph Halbe von den Lebenshilfe-Werken Trier fasst es so zusammen: "Wir haben hier ein Projekt ins Leben gerufen, wo es vor allem darum geht, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenzubringen. Wir wollen etwas Sinnstiftendes miteinander entstehen lassen."
Spaß bei der Arbeit im Matsch
Mit dabei ist Adrian Stamm. Er ist einer der Helfer mit Beeinträchtigung. Er verteilt die Hackschnitzel auf dem Weg zum Feld. Nach der Aktion sagt er: "Es war toll, klar. Aber sehr, ..." - er sucht nach dem Wort, reibt sich dabei die Arme und zieht die Schultern hoch - "... sehr kalt." Dann wirft er die Arme nach oben, zuckt mit den Schultern und lacht herzlich. "Aber das ist halt so! Sonst war's toll."
Auch Felix Ebert macht mit. Er sticht mit seiner gelben Warnweste heraus und schiebt volle Schubkarren übers Feld. "Das alles hier gefällt mir sehr gut", sagt er.
Gelebte Inklusion am Hofgut Serrig
Gemeinsam mit Felix schaufeln die Schüler aus der Realschule in Saarburg die Hackschnitzel in die Schubkarren. Dann bringen sie die Karren zum Feld, damit die anderen Helfenden sie verteilen können.
Einer von den Schülern ist Raphael Schöpp. Ihm hat das besonders Spaß gemacht, erzählt er später: "Es war sehr schön und toll, mit den Schubkarren und den Schaufeln." Julian Kabak sieht das genauso. Er fährt bis zum Schluss die Schubkarren runter zum Feld, während die anderen Schüler schon ihre matschigen Schuhe im Gras sauberwischen.
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Mit der Dämmerung fangen alle an, ihre Schaufeln einzusammeln. Julian und Felix helfen, die letzte Pflanze einzubuddeln und mit Hackschnitzeln zu bedecken - dann ist Feierabend. Mit leeren Schubkarren, matschigen Schuhen und einem zufriedenen Lächeln laufen sie zurück nach oben. Felix räumt die Schubkarren weg, während Julian sich jetzt auch die Schuhe im Gras sauberwischt - so gut es geht, zumindest.
Am Ende des Tages sagen alle: Es hat Spaß gemacht. Vor allem gemeinsam zu arbeiten, ob mit Beeinträchtigung oder ohne. Einige wollen auf jeden Fall wieder kommen, um zu helfen.
"Kindergarten" für Bäume
Die gepflanzte Hecke soll später die Bäume schützen, die im kommenden Frühjahr gepflanzt werden. Sie soll zum Beispiel verhindern, dass Rehe sie anknabbern. Gleichzeitig soll sie Futter für Vögel bieten. Geplant ist, auf dem Feld Wald- und Obstbäume heranwachsen zu lassen.
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"Das ist praktisch der Kindergarten", erklärt Josef Jakoby von der Baumschule, die die Setzlinge für die Hecke beigesteuert hat. Auf die Fläche beim Hofgut Serrig passen später wohl mehrere tausend Bäume drauf. Ein bis zwei Jahre später sollen die Bäume dann in den Wald umgepflanzt werden. Wer will, kann sich die Obstbäume auch kostenlos für den eigenen Garten abholen.
Die Hecke war erst der Anfang
Das Feld liegt jetzt still da - aber verändert. Schuh- und Schubkarrenspuren ziehen sich durch die matschige Erde und neben den Pfosten ragen nun viele kleine Sträucher aus dem Boden. Die Hecke muss jetzt erst einmal wachsen.
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Die Hecke zu pflanzen, war erst der Anfang - es folgen noch weitere Aktionen. Zum Beispiel sollen noch neue Lebensräume aus Totholz für Insekten entstehen oder Nistkästen für Vögel gebaut werden. Und das freut Projektleiter Christoph Halbe: "Dann kann hier noch eine ganze Menge passieren."