Montagmorgen, kurz nach halb sieben. Mehrere Busse des Schienenersatzverkehrs stehen an der Haltestelle Kürzenzer Straße in Trier. "Luxembourg direct" ist auf den Anzeigetafeln der Busse zu lesen. Um 6:40 Uhr geht es dann los.
Im Bus selbst ist wenig los. Gerade einmal 20 Pendlerinnen und Pendler haben in dem relativ großen Bus Platz genommen. Viele von ihnen ruhen oder lesen. Sie haben sich für diesen Weg zur Arbeit in Luxemburg entschieden, weil die Zügen in den kommenden knapp drei Wochen ausfallen.
Einer der Pendler erzählt, er sei froh, dass es den Bus gibt. Denn auf das Auto umzusteigen sei sehr teuer. Denn Hin- und Rückweg würden insgesamt eine Fahrt von fast 100 Kilometern bedeuten.
Bus kommt früher in Luxemburg an - kaum Stau
Allerdings könne er das Angebot des Schienenersatzverkehrs nur in Anspruch nehmen, weil er zeitlich flexibel arbeiten dürfe. Andere, die diese Möglichkeit nicht haben, müssten entweder mit einem früheren Bus oder mit dem Auto fahren.
"Wir werden jetzt wahrscheinlich in den Stau des Berufsverkehrs rein fahren", sagt der Busfahrer kurz bevor er in Trier losfährt. Doch der erwartete Stau bleibt fast aus. Nur kurz in Höhe Münsbach stockt der Verkehr wegen einer Baustelle. Doch das kostet kaum Zeit. Fünf Minuten vor der berechneten Ankunftszeit um 7:50 Uhr erreicht der Bus die Haltestelle in Luxemburg-Stadt.
Der Automobil-Club-Luxemburg teilte unterdessen mit, dass sich der Stau auf der A1 in Fahrtrichtung Luxemburg bereits deutlich früher aufgebaut habe, als das sonst der Fall ist. Länger als an vergleichbaren Tagen sei er jedoch nicht gewesen.
Gleisarbeiten in Luxemburger Schulferien
Grund für den dreiwöchigen Zugausfall und den Ersatzverkehr sind nach Angaben der Luxemburger Bahngesellschaft CFL geplante Sanierungsarbeiten. Ein Streckenabschnitt von 13 Kilometern muss bis Mitte September in Ordnung gebracht werden. Unter anderem werden 22.000 Schwellen ausgetauscht.
Laut CFL wurden die Arbeiten in den Luxemburger Schulferien geplant, weil in dieser Zeit mehr Fahrer für den besagten Schienenersatzverkehr verfügbar sind. Außerdem seien dann weniger Fahrgäste unterwegs als sonst, sodass es mehr Kapazität für Grenzgänger gibt.
Reaktivierung der Weststrecke Pendler aus Trier froh über neue Zugverbindung nach Luxemburg
Drei Tage ist die Weststrecke in Betrieb. Erste Pendlerinnen und Pendler nutzen sie bereits. Die Strecke wurde reaktiviert und zählt zu den größten ÖPNV-Projekten im Land.
Nahverkehrszüge fahren nur bis Trier
Die drei deutschen Nahverkehrszüge nach Luxemburg, RB83, RB87 und RE11, sind zwar weiter im Einsatz, enden aber laut DB-Fahrplanauskunft am Trierer Hauptbahnhof und am Haltepunkt Igel (RB83/Weststrecke).
Von Trier und Igel aus können Pendler mit Bussen nach Luxemburg weiterfahren. Insgesamt fünf Ersatzbuslinien stehen ab Trier und Wasserbillig zur Verfügung. Die Busse fahren in Luxemburg alle Haltestellen an, die auch von den Zügen bedient werden.
Pendler sind mit Bus länger unterwegs
Wer mit den Ersatzbussen unterwegs ist, muss für den Weg zur Arbeit allerdings mehr Zeit einplanen. Statt zum Beispiel 46 Minuten Fahrtzeit mit dem Regionalexpress von Trier nach Luxemburg benötigt man mit der schnellsten Busverbindung laut Fahrplan 70 Minuten.
Bus-Tickets müssen online gekauft werden
Wer mit dem Bus von Trier nach Luxemburg fahren möchte, muss für den Streckenanteil auf deutscher Seite der Grenze sein Ticket vorher online oder in der DB-App kaufen. Da in Luxemburg der Nahverkehr kostenlos ist, können die Busfahrer in den CFL-Ersatzbussen keine Tickets mehr verkaufen.
Diese Erfahrung machte am Morgen auch die SWR-Reporterin. Sollten also in den kommenden Tagen doch mehr Grenzgänger auf den Bus umsteigen wollen, sollten sie sich rechtzeitig um ihr Ticket kümmern.
Wer mit dem Deutschland-Ticket unterwegs ist, kann bis zur luxemburgischen Grenze kostenlos fahren. In Luxemburg ist der Nahverkehr sowieso kostenlos.