Die Anbieter von Kreuzfahrten auf der Mosel kommen langsam ins Schwitzen. Denn Personenschiffe werden auch im Testbetrieb der Schleuse aus Sicherheitsgründen zunächst nicht geschleust. Morgen sollen die ersten Frachtschiffe die Schleuse passieren. Mehrere hundert Kreuzfahrtgäste gucken in die Röhre. Sie hängen auf verschiedenen Schiffen auf der Mosel fest. "Die Stimmung an Bord ist angespannt", sagte einer der Kapitäne dem SWR. Dominik Schröder, Sprecher der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, will aber kein Risiko eingehen.
Erreichen Kreuzfahrtschiffe ihr Ziel?
Auf einem der Schiffe sind internationale Passagiere, die eine Tour über die Mosel bis nach Nürnberg gebucht haben. Die Menschen kommen zum Teil aus den USA und sind extra mit dem Flugzeug angereist. Jetzt werde die Zeit mit Tagesbusfahrten in der Region überbrückt. Das können man aber nicht allzulange durchhalten, sagte ein Sprecher des Reiseanbieters Viking Cruises dem SWR.
Jetzt sei die Ungewissheit an Bord groß, ob die Reise überhaupt beendet werden kann, berichtet SWR-Reporter Christian Altmayer, der mit einem der Kapitäne gesprochen hat.
Wenn auf der Mosel die Schifffahrt ruht, dann bekommt das auch die Wirtschaft schnell zu spüren. Immerhin 50 Schiffe, die meisten Transportfrachter, liegen vor Anker und müssen warten. Warten müssen auch die Kunden, die die Ladung benötigen.
Stahlindustrie und Häfen setzen auf Testschleusung
Betroffen ist zum Beispiel die saarländische Stahlindustrie, die Eisenerze für die Produktion braucht. Oder der Hafen im luxemburgischen Mertert. Dort werden Brennstoffe, Stahlwaren oder Getreide und Dünger verladen.
Schon beim Schleusenunfall vergangenes Jahr in Müden brach dem Hafen an der deutsch-luxemburgischen Grenze viel Geschäft weg. Dieses Mal hofft man mit einem blauen Auge davonzukommen.
Wir sind optimistisch und gehen davon aus, dass sich die Situation nächste Woche normalisiert.
Hafenchef Gilles Braquet sagte dem SWR, dass die Ausfälle im Moment gering sein. "Wir reden hier über eine Handvoll Schiffe, die betroffen sind. Wir sind noch immer optimistisch und gehen davon aus, dass sich die Situation nächste Woche normalisiert." Außerdem könne man Fracht auch schnell über die Straße oder Schiene auf den Weg schicken.
Einige Rundfahrtrouten müssen geändert werden
Auch die Moselrundfahrten für Touristen sind vom Ausfall der Schleuse Sankt Aldegund betroffen. Nach Angaben der Firma Gebrüder Kolb sei der Ausfall aber gering. Auf zwei Routen könnten drei Anlegestellen nicht angefahren werden. Daher würden die Fahrten kürzer.
Der Großteil der Verbindungen könne wie geplant stattfinden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Betroffen seien nur wenige Fahrten. Insgesamt drei Anlegestellen zwischen Cochem und Traben-Trarbach seien nicht erreichbar. "Selbst wenn das etwas länger dauern sollte, die Auswirkungen halten sich für uns im Rahmen", sagte ein Sprecher des Unternehmens dem SWR.