Die Hitzewelle hat die Region Trier weiter fest im Griff. Am Freitag und Samstag werden bis zu 40 Grad erwartet - und genau dann findet das Altstadtfest in Trier statt: Drei Tage Party unter freiem Himmel mitten in der Fußgängerzone. Überall Bier-, Wein- und Cocktailstände, Menschen dicht an dicht.
Da drängt sich die Frage auf: Sollte man Alkohol bei so einer Hitze nicht einfach verbieten - so wie in Frankreich? Zum Schutz der Gesundheit hat unser Nachbarland an Orten mit einer Hitzewarnung Alkohol in der Öffentlichkeit verboten.
Veranstalter: Eigenverantwortung statt Verbot
Die Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM), die das Altstadtfest veranstaltet, hält ein Alkoholverbot derzeit für nicht nötig. "Nach aktuellem Stand sehen wir für das Trierer Altstadtfest keinen Anlass für ein pauschales Alkoholverbot", sagt TTM-Sprecherin Paula Kolz.
Die Gäste haben nach unserer Erfahrung immer besonnen und eigenverantwortlich reagiert.
Auch in den vergangenen Jahren habe es immer wieder hochsommerliche Temperaturen auf dem Altstadtfest gegeben. "Die Gäste haben nach unserer Erfahrung darauf besonnen und eigenverantwortlich reagiert", so Kolz.
Dennoch appelliert die TTM vorsichtshalber an die Besucherinnen und Besucher des Altstadtfestes: "Hören Sie auf Ihren Körper, trinken Sie ausreichend (nichtalkoholische) Getränke" und regt an, lieber zu Hause zu bleiben oder das Fest erst in den Abendstunden zu besuchen, wenn einem die Hitze zu schaffen macht.
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Mehr Einsätze durch Hitze und Alkohol?
Bernd Görgen vom Arbeiter-Samariter-Bund wird mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom DRK und den Maltesern am Wochenende als Sanitäter vor Ort sein. "Ich finde ein komplettes Alkoholverbot nicht gut", sagt auch er.
Die Menschen müssen für sich selbst entscheiden, wie weit sie gehen können und wie weit nicht.
Nur wegen der Hitze würden die Leute seiner Meinung nach nicht plötzlich unvernünftig. "Die Menschen müssen für sich selbst entscheiden, wie weit sie gehen können und wie weit nicht." Ob es diesmal wegen der Kombination aus Hitze und Alkohol wirklich mehr Einsätze gibt, kann er schwer einschätzen.
Statt auf Verbote setzt der Rettungsdienst auf Vernunft: Gut essen, tagsüber möglichst im Schatten bleiben, viel Wasser trinken und beim Alkohol irgendwann bewusst sagen: "Es ist jetzt auch mal genug."
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Alkoholverbot in Trier rechtlich schwierig
Ein Alkoholverbot nach französischem Vorbild wäre in Trier ohnehin rechtlich nicht so einfach umzusetzen. Laut Stadtsprecher Michael Schmitz braucht es für ein solches Verbot einen konkreten Anlass aus der Vergangenheit.
Als Beispiel nennt Schmitz das Böllerverbot an Silvester auf dem Hauptmarkt. 2019 gab es dort gefährliche Situationen mit Feuerwerkskörpern. Für das Folgejahr konnte die Stadt deshalb ein örtliches Verbot aussprechen.
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Tipps gegen Hitze: Schatten und Wasser
Damit es trotz Hitze möglichst entspannt auf dem Altstadtfest bleibt, setzt Paula Kolz von der Trier Tourismus und Marketing GmbH auf Vorsorge und Eigenverantwortung. Ihre Empfehlung: Kopfbedeckung tragen, genug Wasser trinken und am besten selbst etwas Wasser dabeihaben.
Wie die TTM mitteilte sind wegen der großen Hitze auch kurzfristige Anpassungen im Programm möglich, das heißt, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen erforderlich sein sollte. Dafür habe man auf den selbst verantworteten Bühnen ebenso großes Verständnis wie auch die Betreiber der anderen Bühnen. Niemand müsse auftreten, wenn er oder sie dies nicht möchte. Gleiches gelte für die Betreiber der Essens- und Getränkestände: Die Gesundheit gehe vor, auch wenn dies bedeute, dass Stände früher geschlossen oder später geöffnet werden.
Mehr öffentliche Trinkwasserspender
Zusätzlich zu den bestehenden Trinkwasserspendern an der Porta Nigra, auf dem Domfreihof und am Kornmarkt gibt es auf dem Viehmarktplatz eine weitere Trinkwasserstelle mit vier Hähnen.
Hitzeempfindlichen Menschen rät Kolz, gezielt schattige oder ruhigere Ecken anzusteuern - und das Altstadtfest eher am Abend zu besuchen, wenn die Temperaturen meist etwas angenehmer sind.
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Altstadtfest: So bekommen Besucher schnell Hilfe
Falls einem Besucher - ob mit oder ohne Alkohol - schwindlig wird oder der Kreislauf schlappmacht: "Es wird kontinuierlich Erstversorgerteams geben, die mit Sanitätsrucksäcken über das gesamte Festgelände patrouillieren - tagsüber und abends", sagt Bernd Görgen vom Arbeiter-Samariter-Bund.
Die Besucher können zu jedem Stand gehen und um Hilfe bitten.
Sein Tipp: Im Notfall einfach jemanden ansprechen. "Die Besucher können zu jedem Stand gehen und um Hilfe bitten. Die Stände sind direkt mit uns verbunden, sie haben unsere Nummern. Sagt jemand zum Beispiel: 'Ich bin am Stand 26', wissen wir sofort, wo wir hinmüssen."
So soll Hilfe immer schnell ankommen. Denn das Altstadtfest in Trier soll ja vor allem eins sein: Eine friedliche Open-Air-Sommerparty!