EU plant schärfere Gesetze

Darum ist der Tabakanbau in der Pfalz in Gefahr

Der Tabakanbau hat in Rheinland-Pfalz eine lange Tradition. Den verbliebenen Anbauern könnte aber die Existenzgrundlage wegbrechen - wenn sich die EU auf schärfere Gesetze einigt.

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In Genf berät derzeit eine EU-Konferenz über das Thema Rauchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte den Konsum weiter eindämmen, sie will Filterzigaretten, Aroma-Stoffe für E-Zigaretten oder Tabak für Schischas am liebsten ganz verbieten. Das würde auch die Tabakbauern in der Pfalz treffen. Hier bewirtschaften noch etwa 30 Tabakbauern gut 450 Hektar Anbaufläche.

In der Tabakwiegehalle Herxheim kommt der Pfälzer Tabak auf den Prüfstand. Geschaut wird nach Farbe und Qualität der Blätter, auch die Feuchtigkeit wird gemessen. Der Pfälzer Tabak wird vor allem für Shishas verwendet und hat relativ wenig Nikotingehalt.

Pfälzer Tabakerzeuger in Sorge

Die Pfälzer Erzeuger schauen besorgt nach Genf. "Wenn man sich anschaut, was da so geplant ist," sagt Jörg Bähr, Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Südwest-Tabak. "Besteuerung auf Rohtabak, möglicherweise Anbauverbot, das wäre der Tod für den Tabakanbau in Rheinland-Pfalz und Deutschland überhaupt."

Ärzteverband für höhere Nikotinsteuer

Die Tabakpflanze sieht schön aus, aber sie ist ein Gesundheitsrisiko. Der volkswirtschaftliche Schaden durch das Rauchen sei gravierend, so der Ärzteverband Marburger Bund. Und das Gesundheitssystem in Deutschland chronisch unterfinanziert, beklagt Verbandsvertreter Hans-Albert Gehle. Er spricht von rund 90 Milliarden Euro, die verloren gingen, weil dem Nikotin-Missbrauch kein Einhalt geboten werde.

Der Marburger Bund fordert deshalb eine höhere Nikotinsteuer. Die Milliarden-Kosten für die Folgen des Rauchens seien um ein Vielfaches höher als die Einnahmen. Der Streit ums Rauchen geht also weiter. Solange noch keine Entscheidung gefallen ist, heißt es bei den Tabakbauern in der Pfalz erstmal: Ernten und Ausliefern!

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MOVE SWR3

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