Mobilfunkversorgung wird gemessen

Wo die Funklöcher in Rheinland-Pfalz liegen

Nicht alle Teile von Rheinland-Pfalz sind vom Mobilfunk abgedeckt. Um einen besseren Überblick zu bekommen, sollen Handynutzer in den nächsten Tagen Funklöcher melden.

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Von Autor/in Julia Lotz

Wer kennt es nicht? Man steht irgendwo und will sich von einer Karten-App navigieren lassen oder man telefoniert im Auto und plötzlich ist der Empfang weg: kein Handynetz. Drei von vier Handynutzern in Deutschland erleben laut einer Studie Funklöcher, wenn sie unterwegs mit dem Smartphone surfen oder telefonieren.

In Rheinland-Pfalz will sich die Landesregierung jetzt ein genaueres Bild über die Mobilfunkversorgung im Land machen. Bei der sogenannten Mobilfunkmesswoche bis zum 25. Mai sollen Handynutzer mittels einer App Funklöcher melden, um ein genaueres Bild über die Lücken zu liefern. Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer (SPD) rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmern. Denn zwischen dem tatsächlichen Fortschritt bei der Mobilfunkversorgung und dem gefühlten Fortschritt für die Menschen gebe es eine Lücke, sagte er.

Ziel: keine weißen Flecken mehr auf der Karte

Bis zum Sommer sollen die Ergebnisse ausgewertet und mit den Mobilfunkanbietern besprochen werden, kündigte Schweitzer an. Ziel sei, über diese Bestandsaufnahme mit den Mobilfunkanbietern die noch bestehenden weißen Flecken in Rheinland-Pfalz zu schließen.

Der Digitalisierungsminister rief auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Land dazu auf, sich an der Mobilfunkmesswoche zu beteiligen. Es gebe 2.300 Gemeinden in Rheinland-Pfalz. Viele Menschen lebten im ländlichen Raum, wo es viele Weinberge, Höhenlagen und Wald gebe.

In knapp 96 Prozent der Fläche von RLP ist 4G verfügbar

Nach Angaben der Bundesnetzagentur beträgt die 4G-Flächenversorgung durch mindestens einen Mobilfunknetzbetreiber in Rheinland-Pfalz 95,77 Prozent. 5G ist demnach in mehr als 86,26 Prozent der Fläche durch mindestens einen Netzbetreiber verfügbar. 20,76 Prozent der Landesfläche seien sogenannte graue Flecken. Damit werden Flächen beschrieben, die von mindestens einem, aber nicht allen Netzbetreibern mit 4G oder 5G versorgt werden. Weniger als 3,87 Prozent der Landesfläche sind nach Angaben der Bundesnetzagentur als weiße Flecken bislang weder mit 4G noch mit 5G abgedeckt.

Eine Karte zeigt die Funklöcher im Mobilfunknetz in RLP

Rheinland-Pfalz hatte mit den Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefonica/O2 und 1&1 im Jahr 2022 einen Mobilfunkpakt ins Leben gerufen. In der Vereinbarung mit der Landesregierung wurde als Ziele ausgegeben, bis Ende des laufenden Jahres 850 Mobilfunkstandorte neu zu errichten, 2.700 bestehende Standorte auf den Standard 4G und 3.000 Standorte auf den Standard 5G aufzurüsten. 

Mobilfunkpakt mit Netzbetreibern

Nach Angaben von Schweitzer entstanden bis Ende des ersten Quartals rund 630 Mobilfunkstandorte neu. Im Februar hatte der Digitalisierungsminister berichtet, dass mehr als 1.200 Standorte auf den neuesten Mobilfunkstandard 5G aufgerüstet worden seien. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die gesteckten Ziele erreicht werden können. Auch die Unternehmen hatten nach dem Treffen im Digitalisierungsministerium versichert, die Zusagen in Rheinland-Pfalz zu erreichen.