Es ist eisig an diesem Morgen in Hermeskeil. Das Thermometer zeigt minus drei Grad. In Hermeskeil im Hochwald steigt Thomas Kohlhaas in sein Streckenfahrzeug. Seit 29 Jahren ist er stellvertretender Streckenwart bei der Straßenmeisterei Hermeskeil. Seine Mission heute: Schlaglöcher finden und reparieren.
Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Wer ist schneller? Wir oder das Schlagloch?
Denn das wechselhafte Wetter hat auf vielen Straßen dafür gesorgt, dass neue Schlaglöcher entstanden sind. Aber auch bereits vorhandene Schlaglöcher sind größer geworden, sagt Thomas Kohlhaas. "Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Wer ist schneller? Wir oder das Schlagloch?"
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Ähnlich sieht es auch im Westerwald aus. In der Region Betzdorf habe es auch verhältnismäßig oft geschneit, sagt der Leiter der Straßenmeisterei Betzdorf, Christian Willwacher. Deshalb seien die Schneepflüge viel unterwegs gewesen. Auch das habe vielen Straßen nicht gut getan: "Wenn der Schneepflug über die Straße fährt und schrappt, dann kann das zu weiteren Schäden führen – gerade bei Straßen, die sowieso schon in einem schlechten Zustand sind.“
Schlaglöcher werden mit Kaltasphalt geflickt
In regelmäßigen Abständen fahren die Straßenmeistereien die Bundes-, Land- und Kreisstraßen in ihren Bereichen ab - auf der Suche nach Schlaglöchern. Pro Tour legen sie 60 bis 80 Kilometer zurück. Zehn Schlaglöcher können da schon einmal zusammenkommen. Regnet es an einem Wochenende dann besonders viel, kann es bei dem kalten Wetter auch dazu kommen, dass es pro Fahrt plötzlich zwischen 20 und 30 Schlaglöcher sind.
Die Schlaglöcher werden mit so genanntem Kaltasphalt repariert. Dieser härtet extrem schnell aus. Pro Winter werden davon gerne mal 16 Tonnen verarbeitet.
Zuerst wird das Loch ausgekehrt, dann der Kaltasphalt eingefüllt und mit einer Art Stampfer flach geklopft. Damit der Kaltasphalt nicht an den Reifen der Autos hängen bleibt, wird dann noch Sand auf die reparierte Stelle gestreut.
Aus Rissen in der Straße werden Schlaglöcher
Auf vielen Straßen sind erstmal nur Risse zu sehen, erklärt Thomas Kohlhaas. Aus diesen können dann aber auch bei wechselhaftem Winterwetter Schlaglöcher entstehen. In diesem Winter ist die Ortsdurchfahrt Reinsfeld im Hochwald besonders betroffen. Auch auf der Kirchstraße im Betzdorfer Stadtteil Scheuerfeld im Westerwald haben sich auf der Fahrbahn viele Risse und kleinere Löcher gebildet. Und seit neuestem auch ein recht tiefes Loch. Christian Willwacher von der Straßenmeisterei Betzdorf schätzt, dass es etwa 6 Zentimeter tief ist: „Das müssen wir schnell verfüllen.
Im Winter machen wir quasi nur ein Pflaster auf die Wunde.
Nicht alle Reparaturarbeiten werden im Winter gemacht. Großflächige Arbeiten finden erst im Sommer statt. "Im Winter machen wir quasi nur ein Pflaster auf die Wunde", erklärt Thomas Kohlhaas.
Wenn eine Straße in besonders schlechtem Zustand ist, stellt die Straßenmeisterei ein Hinweisschild "Straßenschäden" auf. So zum Beispiel auf der K76 zwischen Kell und Grimburg. Autofahrer sollen auf solchen Strecken besonders vorsichtig fahren.
Mehr Geld für kommunalen Straßenbau?
Viele Landstraßen im Hochwald seien schon neu gemacht, sagt Kohlhaas. Besonders auffällig sei aber der schlechte Zustand der Kreisstraßen. Das sieht auch Willwacher aus dem Westerwald so. In den letzten Jahrzehnten sei nicht genug in den Straßenbau investiert worden, sagt er.
Man könnte schon auf vielen Strecken mit relativ wenig Geld einiges instandsetzen.
Er habe aber Hoffnung, dass sich das jetzt ändere und aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur auch Geld in den kommunalen Straßenausbau fließt: "Man könnte schon auf vielen Strecken mit relativ wenig Geld einiges instandsetzen.“