Einreiseverbot wegen Ebola

Zwangsstopp: US-Amerikaner stranden nach Hilfseinsatz im Kongo in Mainz

Für 24 Menschen aus den USA hat ihre geplante Heimreise eine unerwartete Wendung genommen. Statt nach Hause zu fliegen, fanden sie sich plötzlich in Mainz wieder.

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Von Autor/in Christiane Spohn

In dem zentralafrikanischen Land Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) ist Mitte Mai das Ebolafieber ausgebrochen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das der größte Ausbruch von Ebola in der Geschichte des Landes. Viele internationale Hilfsorganisationen sind inzwischen in der DR Kongo, um die Menschen zu behandeln und das Virus einzudämmen.

Ebola-Einreiseverbot stoppt 24 Amerikaner

So waren auch die 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer amerikanischen Hilfsorganisation in der DR Kongo im Einsatz. Sie haben dort Ebola-Kranke behandelt. Als sie Mitte Juli in die USA zurückkehren wollten, stoppte sie das Einreiseverbot der amerikanischen Regierung.

USA fordern 21 Tage Wartezeit in Drittland

Die US-Regierung hatte beschlossen, die direkte Einreise von Personen, die sich im Kongo aufgehalten haben, zu verbieten. Auch ihre eigenen Staatsbürger müssen erst 21 Tage in einem Drittland verbringen, bevor sie in die USA einreisen dürfen. Grund ist die Angst, dass sich das Ebola-Virus auch in den USA ausbreiten könnte.

Laut der Kreisverwaltung des Kreises Mainz-Bingen waren die 24 Beschäftigten der US-amerikanischen Hilfsorganisationen über Kenia nach Deutschland eingereist. Am Frankfurter Flughafen seien die 24 Personen dann regelrecht gestrandet, weil sie kein Flugzeug in die USA besteigen durften.

US-Hilfsorganisation sucht Mainz aus

Die Hilfsorganisation habe dann entschieden, die 24 Frauen und Männer in einem Hotel in Mainz vom 17. Juli bis 2. August unterzubringen. "Warum sie Mainz gewählt haben, wissen wir nicht", so Bardo Faust, Pressesprecher des Kreises Mainz-Bingen. Die Nähe zum Frankfurter Flughafen sei wahrscheinlich ausschlaggebend gewesen.

Die Hilfsorganisation habe sofort das für Mainz zuständige Gesundheitsamt in der Kreisverwaltung Mainz-Bingen informiert. "Wir haben dann gleich die Stadt Mainz, das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium, das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut verständigt", so Faust.

Strenge Auflagen und Kontrolle

In Absprache mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) hätten die 24 Mitarbeitenden der Hilfsorganisation strenge Auflagen bekommen: "Die Rückkehrer mussten zweimal täglich Fieber messen und ständig mit uns Kontakt halten", so der Pressesprecher des Kreises Mainz-Bingen.

Sie konnten sich aber in Mainz frei bewegen, da es keine Pflicht für eine Quarantäne für Rückkehrer aus der DR Kongo in Deutschland gibt. "Wir schätzen die Gefahr als sehr gering ein, dass sich jemand in Deutschland mit dem Ebola-Virus infiziert", so Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des RKI.

RKI: "Keine Ebola-Gefahr für Bevölkerung"

Das Virus übertrage sich nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. "Die Ansteckungsgefahr ist daher in Deutschland kaum vorhanden", so Glasmacher. Außerdem würden die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen genau wissen, wie sie sich im Einsatz vor einer Infektion schützen.

"Daher reicht es, wenn die Rückkehrer aus dem Kongo 21 Tage selbst genau beobachten, ob sie Symptome für eine Ebola-Infektion entwickeln und Fieber messen", so Glasmann. Bisher habe es aber bei den vergangenen Ebola-Ausbrüchen im Kongo keine Fälle in Deutschland gegeben. Auch das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr für die deutsche Bevölkerung als sehr gering ein.

"Übertriebene Reaktionen der US-Regierung"

Das amerikanische Einreiseverbot für Rückkehrer aus der DR Kongo bewertet das RKI auch als völlig übertrieben. "Die USA und die Kanadier handeln hier völlig überzogen", so Susanne Glasmacher vom RKI. "Kein anderes Land auf der Welt macht das." Die Kanadier hätten nur mitgezogen, weil sie mit den USA keinen Ärger haben wollten, so Glasmacher.

Die US-Regierung handelt mit dem Einreiseverbot völlig überzogen.

Anspannung im Gesundheitsamt Mainz

Im zuständigen Gesundheitsamt Mainz-Bingen war man nach der Aufklärung durch die Experten des RKI beruhigt. "Allerdings waren wir die ganze Zeit in Habachtstellung", so Bardo Faust.

Lieber wäre es uns gewesen, die 24 Mitarbeiter der Hilfsorganisation wären nicht hier gewesen.

Am 2. August konnten die 24 Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Hotel in Mainz dann verlassen und die Rückreise in die USA antreten. Sie seien alle ohne Symptome geblieben.

Den Mitarbeitern im Gesundheitsamt wäre es lieber gewesen, die 24 Gäste hätten sich einen anderen Ort für ihre Wartezeit ausgesucht. "Wir haben alle aufgeatmet, als sie wieder weg waren", erklärt Bardo Faust. "Wir waren sehr erleichtert."

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Christiane Spohn
Christiane Spohn ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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