Mit geübten Handgriffen bedient Dirk Rosenbaum die Schlauchreinigungsmaschine der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz. Dabei müssen zuerst die dreckigen Schläuche in die Maschine eingelegt werden. Dann muss der 25-Jährige die automatisierte Reinigung überwachen.
Dirk hat kognitive Einschränkungen, so lernt er beispielsweise langsamer als andere Menschen. Deswegen arbeitet er eigentlich in einer Werkstatt von in.betrieb Mainz, der früheren Werkstätten für Behinderte. Zur Stelle bei der Feuerwehr kam er durch Zufall.
Ich hab einen Flyer der Feuerwehr gesehen und gedacht, das ist was für mich.
Er sei vor einem halben Jahr mit einer Gruppe von in.betrieb-Beschäftigten am Standort in Mainz-Hechtsheim auf Außenmontage gewesen. "Dort hing ein Flyer der Feuerwehr, die Interessierte gesucht hat. Da dachte ich, das könnte etwas für mich sein."
Interesse für Feuerwehr war immer da
Zufällig sei ein Mitarbeiter des Sozialdienstes vor Ort gewesen. Der habe sich dann um einen Ansprechpartner bei der Feuerwehr gekümmert, erzählt Dirk Rosenbaum.
Interesse am Feuerwehrdienst hatte er schon lange. "Mein Onkel war bei der Feuerwehr in Saulheim. Er hat dann gesagt, dass es dort eine Jugendfeuerwehr gebe und ob ich nicht mitmachen will." Das habe er auch gemacht und seitdem Interesse an der Feuerwehr.
Bedenken bei der Niersteiner Feuerwehr
Seit September vergangenen Jahres ist der 25-Jährige dann jetzt bei der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rhein-Selz. Jeden Mittwoch kommt er, um dort zu arbeiten.
Bei der Feuerwehr gab es natürlich anfangs leichte Bedenken, erzählt Michael Baum, hauptamtlicher Gerätewart. "Wir wussten natürlich nicht, was uns da erwartet, da gab es schon Skepsis."
Dirk war von Anfang an Feuer und Flamme für den Job und hat sich sehr gut integriert.
Man habe aber sehr schnell gesehen, dass das sehr gut funktioniert. Dirk sei von Anfang an Feuer und Flamme gewesen und habe sich sehr gut integriert. "Auch, wenn er mal etwas nicht weiß oder es Schwierigkeiten an der Maschine gibt, dann kommt er gleich und fragt einen von uns", sagt Baum.
in.betrieb sucht Arbeitsplätze außerhalb der Werkstätten
Die Chance, überhaupt einen Arbeitsplatz außerhalb der in-betrieb-Werkstätten zu bekommen, ist Teil eines Projektes. "Das Ganze heißt "in.arbeit" und soll Menschen mit Beeinträchtigungen dabei helfen", erklärt in.betrieb-Geschäftsführer Michael Huber. Insgesamt 60 Beschäftige sollen laut Huber bis Ende des Jahres so in den Arbeitsmarkt kommen. "Derzeit sind wir bei gut 30, es gibt also noch einiges zu tun."
Die Möglichkeit für Dirk Rosenbaum sei durch ein zufälliges Gespräch mit Verbandsgemeindebürgermeister Martin Groth (FWG) entstanden. "Wir waren eingeladen bei in.betrieb und hatten uns auch die verschiedenen Projekt erklären lassen", so Groth.
Dabei sei ihm die Idee gekommen, dass die neu angeschaffte Schlauchreinigungsmaschine auch von eingeschränkten Menschen bedient werden könne. "Ich bin begeistert, dass das dann auch so geklappt hat", berichtet Groth.
Für Dirk Rosenbaum hat sich mit seinem Job bei der Feuerwehr jedenfalls ein Traum erfüllt. Er hofft, dass er vielleicht sogar mehr als einen Tag in der Woche dort arbeiten kann. "Und vielleicht wird es ja sogar etwas für immer!"