Konrad Hagn startet seine Tour auf dem Mainzer Wochenmarkt pünktlich um 13.45 Uhr. Innerhalb einer Viertelstunde muss er alle Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, eingesammelt haben. Denn dann macht der Wochenmarkt zu. Einmal die Woche ist der Lebensmittelretter auf dem Markt unterwegs.
Jede Tour auf dem Wochenmarkt ist anders
Dieses Mal bekommt Konrad Hagn etwa zehn Kilogramm Mirabellen, einige Brötchen, Croissants und Olivenpaste.
"Ich bin auch schon mal drübergelaufen und habe gar nichts mitgenommen, das ist dann auch wunderbar. Das ist ja auch das Ziel. Manchmal gibt es aber auch sehr viel abzuholen, und ich bin zu Hause noch länger mit Sortieren beschäftigt", erklärt Konrad Hagn.
Lebensmittelschränke helfen beim Essen teilen
Wenn Konrad Hagn alles sortiert hat, dann schreibt er zum Beispiel in eine WhatsApp-Gruppe, damit andere von dem Obst oder Gemüse etwas abholen können.
Oder er legt die Lebensmittel in einen öffentlichen Lebensmittelschrank, einen sogenannten FairTeiler. Dort kann sich dann jeder daran bedienen. In Mainz gibt es acht dieser Schränke.
Seit zwei Jahren rettet Konrad Hagn Lebensmittel in Mainz. In dieser Zeit, schätzt er, hat er schon um die 1.000 Kilogramm Essen abgeholt und weiterverteilt.
Ich leide ein bisschen, wenn Lebensmittel weggeworfen werden. Das hat mich dazu getrieben, mitzumachen.
Weitere Freiwillige gesucht
In Mainz machen rund 100 Betriebe beim Foodsharing mit. Das heißt, bei ihnen dürfen die Lebensmittelretter Essen abholen. Weil viel Arbeit hinter dem Retten von Lebensmitteln steckt, sucht der Verein Foodsharing in Mainz noch weitere Ehrenamtliche, die mithelfen wollen.