Seit Dezember kommt es rund um den Mainzer Hauptbahnhof immer wieder zu Einschränkungen, Ausfällen und Schienenersatzverkehr. Der Grund: Die Bahn erneuert hier viele Gleise, Weichen, Oberleitungen und Technik. Vor dem Start der Arbeiten teilte die DB mit, dass sie "in den kommenden Monaten" mehrere hundert Millionen Euro in die Erneuerung des Schienennetzes rund um den Bahnknoten Mainz investiere. Die Bahn wisse, dass sie dabei den Pendlerinnen und Pendlern "in den nächsten Monaten" viel abverlange.
In der gleichen Pressemitteilung teilte die DB mit, auf welche Einschränkungen sich die Pendlerinnen und Pendler bis Februar einstellen müssen. Ein konkretes Ende der Bauarbeiten nannte die Bahn aber nicht. Sondern nur: "Die Verkehrskonzepte ab Februar und im weiteren Jahresverlauf sind derzeit noch in Abstimmung."
Arbeiten der Bahn rund um Bahnknoten Mainz könnten noch Jahre dauern
Anfang der Woche teilte die Bahn dann mit, wie es bis zum 5. März weitergehen soll. So hält die S-Bahn Richtung Frankfurt zum Beispiel erstmal weiter nicht am Mainzer Hauptbahnhof. Wie lange soll es aber insgesamt noch Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Mainz geben? Auf SWR-Rückfrage verweist eine Bahnsprecherin auf folgenden Absatz in der Pressemitteilung:
Seit Dezember saniert und modernisiert die Deutsche Bahn (DB InfraGO) Stück für Stück den Eisenbahnknoten Mainz. Dafür bündelt die DB in den nächsten Jahren zahlreiche notwendige Bauarbeiten (...).
Die Arbeiten werden also offenbar noch Jahre dauern. Wie lange genau, bleibt aber weiter offen.
ÖPNV-Zweckverband: Bis 2029 Einschränkungen bei der Bahn rund um Mainz
Der ÖPNV-Zweckverband Rheinland-Pfalz Süd geht währenddessen davon aus, dass es bis ins Jahr 2029 immer wieder Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Mainz geben wird. Darunter fallen auch die Generalsanierung der rechten Rheinstrecke ab diesem Sommer. Die linke Rheinstrecke wird dann 2028 saniert.
Bahnstrecke ab 10. Juli gesperrt Einschränkungen erwartet: Das bedeutet die Sanierung der Bahnstrecke rechter Rhein für Pendler
Ab dem 10. Juli 2026 soll die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf, Neuwied, Lahnstein und Wiesbaden für fünf Monate gesperrt werden. Die Bahn will die Strecke komplett erneuern.
Fritz Engbarth, Pressesprecher des Nahverkehr-Zweckverbandes, der den regionalen Schienenverkehr im Auftrag der Kommunen organisiert, vermisst eine ehrliche und transparente Kommunikation der Bahn. Den Bahnkunden helfe es nicht, wenn sie immer nur für ein paar Monate Informationen bekommen, so Engbarth. "Es fehlt die Ehrlichkeit zu sagen: Das ist ein Riesending, was auf die Menschen zukommt."
Fahrgastverband: Kommunikation zu Bauarbeiten der Bahn "maximal unglücklich"
Engbarth und der Zweckverband befürchten, dass die Bahn so Fahrgäste verliert, die man auch nicht so schnell wieder zurückgewinnen könne. "So wird es mit der Verkehrswende nichts." Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert auch, dass es gerade für Pendlerinnen und Pendler aktuell schwierig sei, zu planen. Sie müssten schließlich dafür wissen, wie lange sie sich auf Einschränkungen einstellen müssen, sagt Noah Wand. Er ist Landesvorsitzender bei PRO BAHN. "So ist es maximal unglücklich."