Die Polizei in Ingelheim hat am frühen Sonntagmorgen einen Mann kontrolliert. Im Kofferraum seines Autos lagen mehrere Gullydeckel.
Inwieweit der 58-Jährige für weitere Gullydeckel-Diebstähle der vergangenen Wochen verantwortlich ist, wird untersucht. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden laut Polizei ein Mobiltelefon und ein Fahrzeug sichergestellt, die mit den Taten zu tun haben könnten.
Stadt hofft auf Ende der Diebstahlserie
Eine Sprecherin der Stadt Ingelheim sagte dem SWR, sie sei "verhalten optimistisch", dass die Diebstahlserie damit endlich zu Ende gehe. Die Schadenshöhe schätzt sie auf mindestens 4.500 Euro.
Die Arbeiten seien aber noch nicht komplett abgeschlossen, deshalb stünden die endgültigen Kosten noch nicht fest.
Gullydeckel-Klau in Ingelheim seit mehreren Monaten
Anfang Mai waren in Ingelheim zum ersten Mal Abflussgitter aus Metall vom Straßenrand verschwunden. Mittlerweile sind 52 solcher Gullydeckel geklaut worden.
Jedes Mal ließen die unbekannten Täter gleich mehrere Deckel mitgehen, teilweise bis zu zehn auf einmal. Beim letzten Vorfall wurden drei Deckel im Ingelheimer Stadtteil Frei-Weinheim ausgehebelt.
Große Gefahr für Rad- und Motorradfahrer
Jeder Diebstahl sei neben dem finanziellen Schaden auch sehr gefährlich für den Straßenverkehr, so ein Polizeisprecher. Vor allem mit dem Fahrrad oder Motorrad könne man sich schwer verletzen, wenn man einen offenen Gully übersehe.
Einen Unfall mit einer Radfahrerin gab es bereits. Ende Mai sei die Frau mit ihrem Fahrrad in einen offenen Schacht gefahren, so die Polizei. Sie sei zum Glück unverletzt geblieben.
Stadt Ingelheim konnte Gullydeckel meist schnell ersetzen
Eine Ingelheimer Firma habe die Gullydeckel vorrätig, so die Stadtsprecherin. Deshalb sei die Stadt nach den Diebstählen meist direkt in der Lage gewesen, neue Deckel auf die Löcher zu setzen.
An vier Stellen seien die Einsätze allerdings so veraltet gewesen, dass die Gullydeckel mitsamt Rahmen von einer externen Firma ausgetauscht werden müssen. Diese vier Deckel sind nach Angaben der Sprecherin noch nicht ersetzt worden. Sie würden derzeit mit einer Straßenbake abgesichert.
Diebe wollten Gullydeckel vermutlich verkaufen
Was die Diebe mit den Gullydeckeln vorhatten, ist laut Polizei nicht ganz klar. Es sei aber eher unwahrscheinlich, dass jemand die Gullydeckel für zuhause brauche. Vermutlich würden sie bei Metallhändlern verkauft.
Für Hinweise auf die Gullydeckel-Diebe hatte die Stadt Ingelheim zwischenzeitlich eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt.