"Das hat ganz schön laut geklingelt. Die KATWARN-App macht ja so einen schrillen Ton. Dann hab ich gleich aufs Handy geschaut und Fenster und Türen zu gemacht", erzählt Waltraud Brandt aus Ludwigshafen-Friesenheim. Im Grunde lebe man mit der Gefahr, erzählt die Seniorin. "Man ist es ja gewohnt und denkt nicht dran, dass was Schlimmes passieren kann. Na ja, kann aber vielleicht dann doch mal sein!", meint sie.
"Ich hab einfach weiter geschlafen"
"Ich hab geschlafen, als die Warnung auf meinem Handy losging. Ich hab die dann ausgemacht und weiter geschlafen", erzählt der Teenager Emiliano Farruggia. Später habe er noch seine Mutter gefragt, warum sie nicht die Fenster und Türen zu gemacht habe. "Die meinte, es stinke nicht, also würde sie alles offen lassen", erzählt Emiliano und lacht.
"Auch jetzt riecht es irgendwie komisch"
"Wir sind das gewohnt. Es kommt ja öfter was vor bei der BASF. Im Moment finde ich, ist auch irgendwas los. Es ist was Komisches in der Luft. Das riecht komisch!", findet Helga Sonntag aus Ludwigshafen- Oppau am Montagmorgen. "Wenn die BASF in die Luft fliegt, sind wir eh alle weg, die hier drumherum sind", fügt Helga Sonntag lakonisch hinzu.
"Wir leben auf einer Zeitbombe"
Dem schließt sich Elke Willer an: "Wir leben damit. Wir wissen, dass wir auf einer Zeitbombe sitzen. Aber wir sind es nicht anders gewohnt. Ich bin hier geboren, ich kenne das nicht anders. Wenn etwas ist, können wir ja immer bei BASF anrufen. Das ist schon in Ordnung", meint die Ludwigshafenerin.
"Keine Gefahr für Bevölkerung und Umwelt" Entwarnung nach Schadstoff-Austritt bei BASF in Ludwigshafen
Beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen sind am Sonntagmorgen Schadstoffe ausgetreten. Die Feuerwehr gab nach einer Gefahrenmeldung inzwischen Entwarnung. Laut BASF bestand keine Gefahr für die Bevölkerung.
"In jedem Betrieb kann mal was vorkommen"
Rainer Flöser genießt gerade mit seiner Frau einen Kaffee in der Sonne in einer Oppauer Bäckerei. Er hat jahrelang bei der BASF gearbeitet. "Ich hab am Sonntag gegen 12 Uhr dann beim Bürgertelefon angerufen und die Information erhalten, dass wieder alles in Ordnung ist und wir wieder die Fenster öffnen und rausgehen können", erzählt der Rentner. "Klar, hofft man, dass nichts wirklich Schlimmes passiert ist, und dass niemand zu Schaden gekommen ist. Aber in jedem Betrieb kann mal was vorkommen. Das ist leider so!", ergänzt der Oppauer.