Wegen technischer Probleme in der BASF-Kläranlage in Frankenthal gelangt derzeit mehr Ammonium-Stickstoff als üblich in den Rhein. Seit dem 9. Juli funktioniert ein wichtiger Reinigungsschritt der Anlage nur eingeschränkt, teilte die BASF mit. Das bedeutet, dass die Kläranlage eine eingeschränkte Nitrifikationsleistung hat. Die Ursache dafür ist bislang unbekannt. Ein Expertenteam arbeite demnach daran, das Problem zu beheben.
BASF: "Keine Gefahr für Menschen in Ludwigshafen und Region"
Nach Angaben der BASF besteht für Menschen durch die derzeit gemessenen Ammoniumwerte keine Gesundheitsgefahr. Das bestätigt auch das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz.
Gefahr für Fische im Rhein nicht ausgeschlossen
Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass das vermehrt in den Rhein ausgetragene Ammonium zu einem geringen Teil als Ammoniak vorliegt. Das sei "stark fischtoxisch", heißt es. Besonders empfindlich reagieren darauf Fischbrut und Jungfische. Hohe Wassertemperaturen können den Anteil des schädlichen Ammoniaks zusätzlich erhöhen.
Nach Berechnungen des Landesamtes liegt die Belastung im Rhein bei vollständiger Durchmischung derzeit noch unterhalb eines schädlichen Bereichs für Fischbrut. Im direkten Umfeld der Kläranlage und in der Abwasserfahne könne eine höhere Belastung durch die Ammoniakkonzentrationen jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Bisher keine Auffälligkeiten im Rhein
Bei stichprobenhaften Kontrollen der Oberen Fischereibehörde (SGD Süd) an Uferbereichen zwischen dem BASF-Kläranlagenauslauf und Worms wurden bislang keine Auffälligkeiten bei der Fischfauna festgestellt. Auch Messungen der Rheingütestation haben bisher keine Belastung angezeigt.
Ursache weiter unklar
Die zuständigen Behörden wurden über den Vorfall informiert. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat vorsorglich die Anrainer am Rhein über die erhöhte Belastung informiert. So heißt es in einer Pressemitteilung der BASF.
Warum die Nitrifikationsleistung der BASF-Kläranlage eingeschränkt ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Ursache zu ermitteln und die Anlage wieder in den Normalbetrieb zu versetzen.