Nach Angaben des Landgerichts in Koblenz fiel das Urteil wegen schweren Raubes schon am Freitag. Neben der Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren wurde demnach für die Frau auch die Unterbringung in einer Entzugsanstalt angeordnet.
Überfall in Bad Ems an einem April-Abend
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau an einem Abend im April 2025 zusammen mit drei weiteren Komplizen eine Rentnerin in Bad Ems brutal überfallen und beraubt hatte. Laut Anklage hatten sie an einem Mehrfamilienhaus in Bad Ems geklingelt. Als ihnen die Rentnerin die Tür aufmachte, hatten die Täter sie in ihrer Wohnung mit Kabelbindern gefesselt. Als deren Sohn ihr helfen wollte, hatte die jetzt verurteilte Frau ihm nach Angaben des Gerichts eine Schreckschusspistole an den Kopf gehalten. Laut Staatsanwaltschaft haben sie und ihre Komplizen rund 100.000 Euro Beute gemacht.
Die Angeklagte hatte zum Prozessauftakt nichts dazu gesagt, was im April 2025 in Bad Ems passiert war - sondern nur zu ihrem Lebensweg. Sie schilderte, dass sie immer in verschiedenen Jobs gearbeitet und ihren Lebensunterhalt selbst verdient habe, seit sie 16 Jahre alt war. Trotz aller Schwierigkeiten und Rückschläge.
Angeklagte wurde obdachlos und lebte im Auto
Ein paar Monate vor dem Überfall haben sie aber angefangen, massiv Wodka zu trinken und manchmal auch Aufputschmittel zu nehmen. Damals habe sie ihre Wohnung verloren, sei obdachlos geworden und habe dann in ihrem Auto gelebt. "Ich wusste nicht, wohin", sagte sie. "Ich dachte, ich kriege das irgendwie hin, habe ich aber nicht." In dieser Zeit habe sie gelegentlich bei einem der Männer übernachtet, der ebenfalls an dem Raubüberfall beteiligt war.
100.000 Euro Beute verschwunden Raubüberfall auf Rentnerin in Bad Ems - Mutmaßliche Täter vor Gericht
Vor dem Landgericht Koblenz müssen sich drei Männer wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Sie sollen in Bad Ems eine Seniorin in ihrer Wohnung überfallen und dabei Schmuck und Wertsachen erbeutet haben.
Drei Komplizen sind schon verurteilt worden
Die drei Komplizen waren in einem anderen Prozess bereits zu Haftstrafen zwischen sechs Jahren und sechs Monaten und zehn Jahren verurteilt worden. Die Frau stand erst später vor Gericht, weil sie zunächst noch unbekannt war und erst später ermittelt wurde.