Gefahr durch instabilen Untergrund

Hohlräume unter Mayener Gewerbegebiet: Schäden und hohe Kosten

Unter einem Gewerbegebiet in Mayen klaffen teils große Hohlräume. Die Stadt erkundet jetzt, inwieweit weitere Löcher im Bereich "Am Layerhof" gesichert werden müssen.

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Von Autor/in Alexandra Leininger

Der Abbau von Basalt gehört zur Geschichte von Mayen und das Gestein prägt die Region bis heute. Doch die Folgen des Basaltabbaus führen jetzt zu Problemen. Im Gewerbegebiet "Am Layerhof" in Mayen destabilisieren unterirdische Hohlräume die Oberfläche. Die höhlenartigen Löcher sind laut Stadt bis zu acht Meter hoch und bis zu zehn Meter breit.

Ein in viele Stücke zerbrochener Basaltpfeiler in einem unterirdischen Hohlraum nahe der Straße "Am Layerhof" in Mayen. Er kann die Decke nicht mehr stützen.
In einem unterirdischen Hohlraum nahe der Straße "Am Layerhof" in Mayen liegen die Überreste eines zerbrochenen Basaltpfeilers. Er war laut Stadt etwa fünf Meter hoch. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Ein Mann steht dicht unter der tief hängenden Decke in einem der unterirdischen Hohlräume unter Mayen. Dort ist an einigen Stellen die Standsicherheit gefährdet.
Momentan ist unklar, ob und wie viel Geld die Stadt Mayen möglicherweise noch in die weitere Sicherung der unterirdischen Hohlräume stecken muss. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Instabile Bereiche in alten Hohlräumen unter Mayen: Die Bbrüche und abgesackten Basaltdecken müssen für eine sichere Nutzung an der Oberfläche gesichert werden.
Wenn in einem unterirdischen Hohlraum die Decke nach oben eingebrochen ist (Hochbruch) oder der Basalt abgesackt ist, zeigt das eine instabile Hohlraumdecke. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf einen Gefahrenbereich in einem Hohlraum unter einer Straße in Mayen.
Die Decke des Hohlraums (Firste) hat sich hier an mehreren Stellen abgesenkt und bewegt sich entlang natürlicher Risse – sowohl waagerecht als auch senkrecht – um einige Zentimeter. Dieser Bereich muss deshalb mit Pfeilern abgestützt werden. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Unterirdische Hohlräume unter Mayen und dick verpackte Stützpfeiler, die den Bereich sichern, aus dem Basaltblöcke aus der Decke gebrochen sind.
Unter einem Hohlraum gibt es Brüche in der Decke nur wenige Meter unter der Erdoberfläche. Die Basaltblöcke, die jetzt auf dem Boden liegen, sind aus der Decke herausgebrochen. Der betroffene Hohlraum wurde umgehend gesichert. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Stark aufgelockerte Firste unter der Decke des unterirdischen Hohlraums mit Absenkungen und Bewegungen im Bereich entlang horizontaler und vertikaler Trennflächen.
Die neuen Stützen sorgen dafür, dass dieser Hohlraum unter Mayen wieder standsicher ist. Zwischen der Straße und dem Hohlraum liegen in diesem Bereich nur wenige Meter Gestein. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen
Die unterirdischen Hohlräume unter Mayen wurden erkundet und gezielt nach Brüchen und abgesenkten Decken und anderen Gefahrenstellen gesucht.
Die unterirdischen Hohlräume unter Mayen wurden erkundet und gezielt nach Brüchen und abgesenkten Decken und anderen Gefahrenstellen gesucht. Pressestelle der Stadt Mayen/A. Wehinger Bild in Detailansicht öffnen

Hohlräume unter der Erde machen Oberfläche instabil

"Wir haben bereits vor längerer Zeit festgestellt, dass es im Bereich ‚Am Layerhof‘ Sackungen und Senkungen im Bereich der Straßenoberkonstruktion gibt", erklärt Mayens Bürgermeister, Bernhard Mauel (CDU). Das habe auch schon zu Rissen in Gebäuden geführt. Weil auf der Straße außerdem schwere LKW fahren, sind auf dem Straßenbelag starke Risse und Beschädigungen sichtbar.

Bereits 2023 hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) im Auftrag der Stadt Erkundungsbohrungen im Bereich des Gewerbegebiets durchgeführt. In einigen Teilen wurde eine akute Gefahrensituation festgestellt, die Standsicherheit als nicht ausreichend eingestuft. An den betroffenen Stellen war laut SGD Nord der Abstand zur Straßenoberfläche teils stark reduziert. Es mussten sofortige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Hohe Kosten werden zum Problem für die Stadt Mayen

Die Stadt hat bislang rund 1,6 Millionen Euro für Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen im betroffenen Gebiet ausgegeben. Für weitere Maßnahmen nimmt die Stadt jetzt noch einmal eine halbe Million in die Hand. Welche weiteren Kosten für langfristige Sicherungen noch hinzukommen, ist noch unklar. "Die finanzielle Herausforderung für die Stadt ist immens", sagt Bürgermeister Mauel. Der zur Genehmigung vorgelegte Haushalt der Stadt weist bereits ein Defizit von mehr als 6 Millionen Euro auf.

Straßenschäden und Warnbarken "Am Layerhof" in Mayen
Unterirdische Hohlräume und große Belastung durch schwere LKW führen zu massiven Straßenschäden in einem Mayener Gewerbegebiet. Leininger

Schutz von Fledermäusen muss berücksichtigt werden

Eine zusätzliche Herausforderung: In den Höhlen des Mayener Grubenfelds lebt eine große Fledermauspopulation, die unter Naturschutz steht. Die Hohlräume zu verfüllen ist daher nicht möglich. Stattdessen muss beispielsweise mit unterirdischen Stützen in den Hohlräumen gearbeitet werden. So kann laut Bürgermeister Mauel der Schutz der Fledermäuse gewährleistet werden.

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Landesschau Rheinland-Pfalz SWR RLP

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Autor/in
Alexandra Leininger
Foto von Multimediareporterin Alexandra Leininger

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