Am 22. Juni hat der Badebetrieb in Remagen in dem mobilen Schwimmbad morgens um neun Uhr begonnen. Die Stadt Remagen und die DLRG haben den Angaben zufolge in Kooperation das Lehrschwimmbecken organisiert. Aufgebaut ist es nun auf dem Gelände des Freizeitbades. Laut Stadt ist es 25 mal 10 Meter groß und soll drei Monate lang, bis Mitte September, stehen bleiben.
Training für die DLRG und Schwimmspaß für alle
Das Ziel sei vor allem, den Mitgliedern der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG in Remagen eine Möglichkeit zum Trainieren und für ihren Schwimmunterricht zu geben, sagte Remagens parteiloser Bürgermeister Björn Ingendahl dem SWR bei der Eröffnung des Riesenpools. Im Ahrtal seien bei der Flut viele Schwimmbäder zerstört worden, die noch nicht wieder aufgebaut worden seien. Und natürlich sollen auch alle Menschen davon profitieren, die bei der Hitze mal schwimmen gehen wollen.
Wir sind schon von unheimlich vielen Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet schon angerufen worden.
Idee stößt in ganz Deutschland auf Interesse
Finanziert werde der Riesen-Pool mit 70.000 Euro an Fördergeldern vom Land, noch einmal soviel müsse voraussichtlich die Stadt zuschießen. Das habe der Stadtrat genehmigt. Dazu kämen noch die laufenden Kosten. Deshalb wisse man erst in ein paar Monaten, wie hoch die Kosten tatsächlich sind. "Wir hoffen, dass wir am Ende mit 140.000, 150.000 Euro über die Runden kommen. Aber das ist es uns wert", so Ingendahl.
Und - die Idee mit dem Pop-up-Pool könnte Schule machen, sagt der Remagener Bürgermeister. "Wir sind schon von unheimlich vielen Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet angerufen worden. Was kostet das? Wie macht ihr das? Also, es hat schon eine bundesweite Aufmerksamkeit bekommen."
Wasser für Pop-Up-Pool kommt aus Notbrunnen
Das Wasser für das große mobile Lehr- und Sportschwimmbecken ist übrigens kein Trinkwasser, erklärt Ingendahl. Sondern aus einem eigenen Brunnen. "Das ist ein Notbrunnen. Das Wasser hier wäre nie im Trinkwassernetz gelandet." Die Stadtverwaltung hatte am Wochenende die Menschen in Remagen aufgefordert, sparsam mit Trinkwasser umzugehen.
Schwimmzeiten online oder bei der Tourist-Info buchen
Aufgrund der Beckengröße können nicht mehr als 30 Badegäste pro Stunde in den Pop-up-Pool. Die Schwimmzeit von jeweils einer Stunde muss vorab auf der Internetseite der Stadt gebucht werden. Bei Bedarf unterstützen die Mitarbeitenden der Tourist-Information, informiert die Stadt.
Das Vorgehen erinnert an die Coronazeit. Damals konnte man sich auch in manchen Bädern Time-Slots buchen, um schwimmen zu gehen. Wie groß im Freizeitbad Remagen nun der Andrang sein wird, ist ungewiss. Nach Angaben eines Stadtsprechers haben im letzten Jahr rund 100.000 Badegäste noch das Freibad genutzt.
Übergangslösung wegen großer Freibad-Sanierung
Das Pop-up-Schwimmbecken steht auf dem Gelände des Remagener Freibads, das noch bis 2028 für bis zu 20 Millionen Euro saniert wird. Die Umkleiden und Toiletten im Außenbereich stehen nach Angaben der Stadt noch und können für das Pop-up-Schwimmbecken dieses Jahr noch genutzt werden. Der Indoorbereich sei bereits abgerissen.
Unklar ist demnach auch, ob es für die nächste Saison 2027 auch eine Übergangslösung mit dem mobilen Lehrschwimmbecken geben wird. Die Neueröffnung des dann sanierten Freibads ist laut Stadt für die Saison 2028 vorgesehen. Demnach sollen alle Becken mit Edelstahl ausgekleidet und in ihrer Größe erhalten werden: das 50 Meter Sportbecken, der Sprungturm, das Spaßbecken, das Kinderbecken und auch die 90 Meter Rutsche.