Neustart nach fast zwei Jahren

Der Wildpark in Gackenbach hat wieder geöffnet

Rund 350 Tiere leben in dem Wildpark im Westerwald, darunter Alpakas, Ziegen und Hirsche. Fast zwei Jahre lang war er zu, jetzt öffnet er wieder. Doch es gibt noch einiges zu tun.

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Von Autor/in Paula Zeiler, Sarah Mauer

Auch wenn der Wildpark in Gackenbach jetzt wieder geöffnet hat - fertig ist er noch lange nicht, sagt Henrieke Böß. Das werde noch Jahre dauern. Doch die neue Geschäftsführerin freut sich, dass es überhaupt den Neustart gibt. Das sei auch eine große Chance.

Geschäftsführerin Henrieke Böß im Wildpark Westerwald.
Die neue Geschäftsführerin Henrieke Böß sieht die Sanierung des Wildparks nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance.

Die Biologin hat im November 2024 in Gackenbach angefangen. Vorher hatte sie den Tierpark Rheinböllen im Hunsrück geleitet. Ihre langjährige Erfahrung hilft ihr jetzt, den ehemaligen "Wild- und Freizeitpark" aus dem Jahr 1968 wieder auf Vordermann zu bringen.

Es ist unheimlich schön landschaftlich und es ist total ruhig hier. Man hat hier das Gefühl, richtig mitten in der Natur zu sein.

Wildpark ist fast 60 Jahre alt

Der Park ist fast 60 Jahre alt. Dort leben etwa 350 Tiere - neben Mufflons, Rot- und Damwild auch Schafe, Ziegen, Alpakas und ein europäischer Braunbär. Es gibt zwei Rundwanderwege, einen Streichelzoo und einen Abenteuerspielplatz. Das alles war Ende des vergangenen Jahres in keinem guten Zustand mehr.

Vieles sei in die Jahre gekommen, sagt Böß. Sie sieht aber trotzdem Potential: "Es ist unheimlich schön landschaftlich und es ist total ruhig hier. Man hat hier das Gefühl, richtig mitten in der Natur zu sein, was ich sehr, sehr schön finde." Sie und ihr Team seien hoch motiviert. "Wir sind dran, dass alles wieder in die Moderne zurückkommt."

Der Wildtierpark Gackenbach hatte bei seiner Eröffnung viel zu tun.
Seit dem 3. Oktober hat der Tierpark wieder geöffnet. An diesem ersten Tag standen die Menschen vor der Tür Schlange. Wildpark Westerwald gGmbH Bild in Detailansicht öffnen
Im Wildpark Westerwald leben rund 350 Tiere, darunter auch Wisente. Das ist die europäische Art des Bisons.
Im Wildpark Westerwald leben rund 350 Tiere, darunter auch Wisente. Das ist die europäische Art des Bisons. Henrieke Böß, Wildpark Westerwald gGmbH Bild in Detailansicht öffnen
Zwei Waschbären in ihrem Gehege im Wildpark Westerwald in Gackenbach.
Wer die neugieren Waschbären mal ganz aus der Nähe sehen will, kann sich dafür künftig einen Termin für einen Besuch in ihrem Gehege buchen. Bild in Detailansicht öffnen
Die europäische Braunbär-Dame Sally in ihrem Gehege im Wildpark Westerwald.
Die europäische Braunbär-Dame Sally ist mit ihren 30 Jahren ein Urgestein des Gackenbacher Wildparks. Bild in Detailansicht öffnen
Ein chinesisches Baumstreifenhörnchen klettert an einem Gitter entlang.
Die chinesischen Baumstreifenhörnchen sind besonders vorwitzig. Bild in Detailansicht öffnen
Die alte Sommerrodelbahn im Wildpark Westerwald ist marode und soll ersetzt werden.
Die alte Sommerrodelbahn im Wildpark Westerwald ist schon lange außer Betrieb. Die neue soll im Sommer 2026 fertig werden. Bild in Detailansicht öffnen
Alpakas im Wildpark Westerwald in Gackenbach
Bei den Alpakas im Wildpark Westerwald gab es in den vergangenen Jahren Nachwuchs. Das kleinste Jungtier ist noch kein Jahr alt. Bild in Detailansicht öffnen
Jakobschafe in ihrem Gehege im Wildpark Westerwald in Gackenbach.
Die Jakobschafe können sich über einen neuen Unterstand freuen. Bild in Detailansicht öffnen

Viel Arbeit vor Neustart in Gackenbach

Bis zuletzt wurden noch Wege saniert und frei geschnitten, baufällige Zäune erneuert, Hütten und Bänke gestrichen, Hecken gestutzt und repariert, was kaputt war. Auf dem Spielplatz wurden Geräte entfernt, die nicht mehr sicher waren. Und einzelne Gehege so umgestaltet, dass die Tiere dort artgerecht gehalten werden.

Aber vieles sei auch noch im Werden, sagt Böß. So müssen sich die Gänse beispielsweise noch ein wenig gedulden, bis ihnen ihr neuer Badeteich zur Verfügung steht.

Ehrenamtliche Helfer unterstützen Wildpark-Team

Alleine wären die fünf Mitarbeiter des Wildparks bis zur Wiedereröffnung nicht so weit gekommen. Doch sie wurden von mehr als zwanzig ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt. Henrieke Böß freut sich, dass so viele Freiwillige geholfen haben. Das zeige, wie wichtig den Menschen in der Region der Wildpark in Gackenbach sei, sagt die neue Geschäftsführerin.

Geschäftsführerin Henrieke Böß steht unter dem Eingangsschild des Wildparks Westerwald.
Henrieke Böß ist seit November 2024 die neue Geschäftsführerin des Wildparks Westerwald - auch, wenn auf dem Eingangsschild noch der alte Name des Tierparks prangt.

Betreiberwechsel war kompliziert

Erst im April 2025 hatte sich die Wildpark Westerwald gGmbH neu gegründet und im Anschluss den Tierpark vom ehemaligen Pächter und dessen Familie übernommen. Es hatte über ein Jahr gedauert, bis der Betreiberwechsel abgeschlossen war. Erst seit Kurzem sind alle Verträge unterschrieben.

"Jetzt können wir richtig loslegen mit Investitionen und Neuerungen und Renovierungsarbeiten. Es ist hier noch viel zu tun." Dabei bleibt sie aber realistisch: "Man kann den Wildpark nicht von heute auf morgen sanieren."

Wildpark Westerwald: Ideen für die Zukunft

Vieles ist aber auch noch in Planung. Zum Beispiel eine neue Toilettenanlage und neue Spielgeräte aus Holz für den Spielplatz. "Für die nächsten zehn Jahre planen wir neue Erlebnisse und neue Tiere. Bei 64 Hektar ist man nie fertig", so Böß. Definitiv ausgedient hat die alte Sommerrodelbahn, die seit Jahren stillsteht. Sie soll bis zum Sommer 2026 durch eine neue ersetzt werden.

Wildpark-Schule und Führungen geplant

Der Park hatte vor der Schließung durchschnittlich 25.000 Besucher pro Jahr. Die Betreibergesellschaft hofft jetzt, dass mit der Erneuerung wieder mehr Gäste kommen. Denn neben Spenden finanziert sich der Wildpark vor allem von den Eintrittsgeldern. Deshalb soll es auch eine Wildparkschule für Kinder und Wildtier-Führungen für Gruppen geben. Für 2026 ist dann auch ein großes Fest geplant.

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Paula Zeiler
Frau mit Brille und mittellangen Haaren trägt eine Bluse.
Sarah Mauer
Foto von Multimediareporterin Sarah Mauer

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