Erst geht es zur Anmeldung, dann in den Behandlungsraum. Je nach Diagnose gibt es eine Impfung, eine Röntgenaufnahme oder sogar eine kleine Operation. Doch die Patienten im Marienkrankenhaus Cochem sind an diesem Tag nicht krank - und sie sind aus Plüsch.
Erstes gemeinsames Projekt zum Weltkindertag
Anlass der Teddybärenklinik ist der Weltkindertag. Nach dem Auftakt am Montag folgen in dieser Woche zwei weitere Termine für Grundschulkinder. Insgesamt nehmen etwa 128 Kinder aus fünf Grundschulen der Verbandsgemeinde teil.
Bei der Teddybärenklinik begleiten Grundschulkinder ihre Kuscheltiere durch verschiedene Stationen und lernen dabei spielerisch, wie ein Krankenhaus funktioniert. Die Aktion findet parallel zum normalen Klinikalltag statt und beeinträchtigt ihn nicht. Dafür werden Verwaltungsräume im Erdgeschoss des Krankenhauses genutzt, getrennt von den Bereichen, in denen Patientinnen und Patienten versorgt werden.
Kinder lernen das Krankenhaus kennen
"Man möchte den Kindern so ein bisschen die Abläufe in einem Krankenhaus erklären", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem, Wolfgang Lambertz. Die Stationen seien bewusst spielerisch gestaltet. Dadurch sollen die Kinder den Krankenhausalltag kennenlernen und mögliche Ängste vor einer eigenen Behandlung verlieren.
Ursprünglich war nur ein Termin geplant, aber die Nachfrage der Grundschulen war so groß, dass zwei weitere Termine am Donnerstag und Freitag hinzugekommen sind.
Neue Partnerschaft soll medizinische Versorgung stärken
Die Teddybärenklinik ist das erste gemeinsame Projekt der neuen "Partnerschaft für Gesundheit" zwischen der Verbandsgemeinde Cochem und dem Marienkrankenhaus Cochem. Die Partnerschaft geht jedoch über die Aktion für Kinder hinaus. Sie wurde in diesem Jahr ins Leben gerufen und soll der bisherigen Zusammenarbeit einen festen Rahmen geben.
Ziel sei es, Prävention und Gesundheitskompetenz zu stärken und die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu verbessern, erklärt Lambertz. Die Verbandsgemeinde habe in den vergangenen Jahren unter anderem dabei geholfen, weitere Ärztinnen und Ärzte nach Cochem zu holen - zuletzt mit einer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin.
Dabei habe sich gezeigt, dass es viele gemeinsame Themen mit dem Krankenhaus und dem angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum gebe.
Wir sind sehr dankbar, dass wir ein Krankenhaus in Cochem haben.
Enge Zusammenarbeit mit Marienkrankenhaus
"Wir arbeiten schon lange mit dem Marienkrankenhaus sehr eng zusammen", sagt Lambertz. Der Kontakt sei der Verbandsgemeinde auch deshalb wichtig, weil das Krankenhaus eine zentrale Rolle für die medizinische Versorgung vor Ort spiele. "Wir sind sehr dankbar, dass wir ein Krankenhaus in Cochem haben."
Künftig wollen beide Seiten vorhandene Angebote besser miteinander verbinden sowie Personal, Fachwissen und Kontakte gemeinsam nutzen. Schon jetzt arbeiten sie nach Angaben der Verbandsgemeinde beispielsweise bei der Suche nach medizinischen Fachkräften für die Region zusammen.
Die Teddybärenklinik war der Auftakt, der bei den Kindern schon mal gut ankam. Weitere Aktionen sind geplant. Das nächste gemeinsame Projekt richtet sich an Seniorinnen und Senioren. Wie die Aktion konkret aussehen wird, steht aber noch nicht fest.