Zusammenarbeit mit Marienkrankenhaus

Teddys statt Patienten: VG Cochem startet neue Partnerschaft mit Krankenhaus

Die Verbandsgemeinde Cochem und das Marienkrankenhaus wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, die medizinische Versorgung in der Region zu verbessern. Die Zusammenarbeit startete mit einer großen Kinderaktion: der Teddybärenklinik.

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Von Autor/in Lea Vassiliadis

Erst geht es zur Anmeldung, dann in den Behandlungsraum. Je nach Diagnose gibt es eine Impfung, eine Röntgenaufnahme oder sogar eine kleine Operation. Doch die Patienten im Marienkrankenhaus Cochem sind an diesem Tag nicht krank - und sie sind aus Plüsch.

Erstes gemeinsames Projekt zum Weltkindertag

Anlass der Teddybärenklinik ist der Weltkindertag. Nach dem Auftakt am Montag folgen in dieser Woche zwei weitere Termine für Grundschulkinder. Insgesamt nehmen etwa 128 Kinder aus fünf Grundschulen der Verbandsgemeinde teil.

Bei der Teddybärenklinik begleiten Grundschulkinder ihre Kuscheltiere durch verschiedene Stationen und lernen dabei spielerisch, wie ein Krankenhaus funktioniert. Die Aktion findet parallel zum normalen Klinikalltag statt und beeinträchtigt ihn nicht. Dafür werden Verwaltungsräume im Erdgeschoss des Krankenhauses genutzt, getrennt von den Bereichen, in denen Patientinnen und Patienten versorgt werden.

Junges Mädchen steht an der Anmeldung für ihren Teddy.
Der Besuch in der Teddyklinik beginnt an der Patientenaufnahme: Dort melden die Kinder ihre Plüschtiere an und werden anschließend zu den passenden Behandlungsräumen geschickt. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Kind sitzt auf dem Wartestuhl im Flur des Marienkrankenhauses Cochem.
Zwischen den einzelnen Stationen warten die Grundschulkinder mit ihren Plüschpatienten auf dem Flur der Teddybärklinik. Bild in Detailansicht öffnen
Blick auf zwei Behandlungsräume, die die Kinder mit ihren Plüschtieren besuchen.
Links wird geimpft, rechts geröngt: Zwei Stationen der Teddyklinik, bei der die plüschigen Patienten der Kinder behandelt werden. Bild in Detailansicht öffnen
In dem Raum wird das Röntgen durch Infrarotlampen nachgestellt
An der Röntgenstation erfahren die Kinder, wie Röntgenaufnahmen bei der Suche nach Verletzungen helfen. Nächster Halt ist dann der OP-Tisch! Bild in Detailansicht öffnen
Kinder blicken auf OP-Zimmer und warten darauf, hereingerufen zu werden.
Vor dem nachgestellten OP-Raum warten die Kinder mit ihren Plüschtieren. Drinnen werden die kleinen Stofftier-Patienten von einem Arzt und einer Mitarbeiterin an der OP-Station versorgt. Bild in Detailansicht öffnen
Plüschaffe liegt auf Behandlungsbett in einem Zimmer im Krankenhaus und wird von OP-Schwester versorgt.
Patient "Affi" wird an der OP-Station versorgt. Die Kinder erleben hier spielerisch, wie die Behandlung im Krankenhaus ablaufen kann. Bild in Detailansicht öffnen
Die Kinder reichen eine Art Rezept gegen ein kleines Paket in der benachbarten Apotheke ein.
Letzte Station ist die benachbarte Apotheke: Dort lösen die Kinder die in der Teddybärenklinik ausgestellten Fake-Rezepte gegen eine kleine Überraschung ein. Bild in Detailansicht öffnen

Kinder lernen das Krankenhaus kennen

"Man möchte den Kindern so ein bisschen die Abläufe in einem Krankenhaus erklären", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem, Wolfgang Lambertz. Die Stationen seien bewusst spielerisch gestaltet. Dadurch sollen die Kinder den Krankenhausalltag kennenlernen und mögliche Ängste vor einer eigenen Behandlung verlieren.

Ursprünglich war nur ein Termin geplant, aber die Nachfrage der Grundschulen war so groß, dass zwei weitere Termine am Donnerstag und Freitag hinzugekommen sind.

Neue Partnerschaft soll medizinische Versorgung stärken

Die Teddybärenklinik ist das erste gemeinsame Projekt der neuen "Partnerschaft für Gesundheit" zwischen der Verbandsgemeinde Cochem und dem Marienkrankenhaus Cochem. Die Partnerschaft geht jedoch über die Aktion für Kinder hinaus. Sie wurde in diesem Jahr ins Leben gerufen und soll der bisherigen Zusammenarbeit einen festen Rahmen geben.

Ein Arzt steht an einem Computer und gibt Daten ein.
Auch technisches Fachwissen fließt bei der Aktion ein. Ein Mitarbeiter der Krankenhaus-IT hat eigens ein Computerprogramm für die Teddybärenklinik entwickelt: Verschiedene Abfragemodule machen die Untersuchung der Plüschpatienten für die Kinder anschaulicher.

Ziel sei es, Prävention und Gesundheitskompetenz zu stärken und die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu verbessern, erklärt Lambertz. Die Verbandsgemeinde habe in den vergangenen Jahren unter anderem dabei geholfen, weitere Ärztinnen und Ärzte nach Cochem zu holen - zuletzt mit einer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin.

Dabei habe sich gezeigt, dass es viele gemeinsame Themen mit dem Krankenhaus und dem angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum gebe.

Wir sind sehr dankbar, dass wir ein Krankenhaus in Cochem haben.

Enge Zusammenarbeit mit Marienkrankenhaus

"Wir arbeiten schon lange mit dem Marienkrankenhaus sehr eng zusammen", sagt Lambertz. Der Kontakt sei der Verbandsgemeinde auch deshalb wichtig, weil das Krankenhaus eine zentrale Rolle für die medizinische Versorgung vor Ort spiele. "Wir sind sehr dankbar, dass wir ein Krankenhaus in Cochem haben."

Künftig wollen beide Seiten vorhandene Angebote besser miteinander verbinden sowie Personal, Fachwissen und Kontakte gemeinsam nutzen. Schon jetzt arbeiten sie nach Angaben der Verbandsgemeinde beispielsweise bei der Suche nach medizinischen Fachkräften für die Region zusammen.

Die Teddybärenklinik war der Auftakt, der bei den Kindern schon mal gut ankam. Weitere Aktionen sind geplant. Das nächste gemeinsame Projekt richtet sich an Seniorinnen und Senioren. Wie die Aktion konkret aussehen wird, steht aber noch nicht fest.

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Lea Vassiliadis
Foto von Multimediareporterin Lea Vassiliadis

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