Nach Angaben der Veranstalter und der Polizei ist alles ruhig und friedlich gewesen. Das ganze Wochenende über haben die Gläubigen zusammen gebetet, gegessen und theologischen Vorträgen oder Koran-Predigten zugehört. Auf dem ehemaligen Flugplatz in Mendig wurde dazu quasi eine Stadt in der Stadt aufgebaut, zum Beispiel mit Zelten zum Beten.
Insgesamt waren es laut der Ahmadiyya-Gemeinde mehr als 200 größere und kleinere Zelte. Die großen Schlafzelte mit tausenden Matratzen seien sehr gut ausgelastet gewesen. Außerdem haben viele Teilnehmende in eigenen Zelten, Wohnwägen oder Dachzelten auf dem Gelände gecampt.
Treffen in Mendig - Wiedersehen mit Familie und Freunden
Das Treffen fand schon zum zweiten Mal in Mendig statt. Die sogenannte "Jalsa Salana" ist nach Angaben der Ahmadiyya-Gemeinde die größte regelmäßig stattfindende Versammlung von Muslimen in Europa.
Treffen der Ahmadiyya-Gemeinde FAQ: Zehntausende Muslime zur "Jalsa Salana" in der Eifel
Auf dem Flugplatz Mendig hat am Freitag das jährliche Treffen der Ahmadiyya-Gemeinde Deutschland begonnen. Es ist die größte muslimische Versammlung in Europa. Und doch ist die Ahmadiyya-Gemeinde vielen unbekannt.
Neben zahlreichen deutschen Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde waren auch viele Muslime aus ganz Europa dabei. Der Vorsitzende der Deutschen Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, sagte am Freitag: "Natürlich sind das auch gesellschaftliche Aspekte - man trifft Verwandte, Freunde, Bekannte - aber das Wichtigste ist das Gebet." Die digitale Ansprache des Kalifen, des spirituellen Oberhauptes der Gemeinde, sei eines der Highlights.
"Jalsa Salana": Größte muslimische Zusammenkunft in Europa
Die Versammlung sei vor allem durch die Arbeit von 2.500 bis 3.000 Ehrenamtlichen möglich gewesen. Sie stemmten beispielsweise den wochenlangen Aufbau der Zeltstadt, kochten oder gaben das - für die Teilnehmenden kostenfreie - Essen aus. Einer der Ehrenamtlichen im Presseteam, Wjahat Waraich, sagte dem SWR, der Zusammenhalt dabei sei für ihn besonders. "Man merkt richtig, nach der Jalsa, dass es einem persönlich spirituell sehr gut geht."
Frauen und Männer sind bei der "Jalsa Salana", wie auch bei anderen muslimischen Festen, strikt getrennt. Die Ahmadiyya-Gemeinde gilt zwar als rechtstreu, wird aber oft für ihre konservative Auslegung des Korans kritisiert. Kritiker bemängeln, bei den Ahmadiyya-Muslimen seien Frauen nicht gleichberechtigt.
Treffen 2024 durch Messerangriff in Solingen überschattet
Das erste Treffen der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Mendig ist nach Polizeiangaben 2024 friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Auch die Abreise der rund 50.000 Gläubigen verursachte keine Probleme - ganz im Gegensatz zur Anreise, die 2024 zu Behinderungen geführt hatte.
2024 war das Treffen überschattet von dem tödlichen Messerangriff in Solingen, bei dem drei Menschen starben. Die Ahmadiyya-Gemeinde verurteilte die Tat direkt, sie sei erschreckend und mit nichts zu rechtfertigen gewesen.