Vor fünf Jahren wurden große Teile des Kreises Ahrweiler von Wassermassen zerstört: Die Flutkatastrophe 2021. Zwar funktionieren viele Dinge wieder, aber es gibt auch noch einiges zu tun: Beispielsweise bei den Schulen und im Hochwasserschutz.
Schulen im Ahrtal
Noch immer sind viele Schulen ein Provisorium, Kinder und Jugendliche werden in Behelfsbauten und Containern unterrichtet. Allerdings wird inzwischen an einigen gebaut. Zum Beispiel am Peter-Joerres-Gymnasium in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das komplette Untergeschoss und die Sporthalle wurden von der Flut zerstört. Die Sporthalle steht bereits wieder, das Untergeschoss ist fast fertig. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien 2026 wieder unterrichtet werden können.
Neubau versus Sanierung Schulen im Ahrtal: Wie fair läuft der Wiederaufbau?
Knapp vier Jahre nach der Flut lernen viele Schülerinnen und Schüler im Ahrtal noch immer in Containern. Der Wiederaufbau zieht sich und die Bedingungen sind nicht überall gleich.
Ein ähnlicher Zeiplan gilt für das Rhein-Gymnasium in Sinzig. Andere Schulen in Trägerschaft des Landkreises brauchen aber noch länger. So soll das Are-Gymnasium und die von Boeselager Realschule plus erst Ende 2027, die BBS Bad Neuenahr erst 2028 fertig werden. Die Levana-Schule, eine Förderschule für Menschen mit Behinderungen, soll an einem anderen Ort neu gebaut werden, weil sie zu nah an der Ahr stand. Hier sucht der Kreis nach eigenen Angaben noch nach einem Grundstück.
Hochwasserschutz und Gewässerwiederherstellung
Beim Hochwasserschutz ist noch viel zu tun. Der Kreis beginnt gerade erst mit der Gewässerwiederherstellung. Hintergrund ist nach Angaben des Kreises, dass in den vergangenen Jahren oft lange und wiederholte Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt werden mussten, da oft private Grundstücke von der Gewässerwiederherstellung betroffen sind.
Nur wenige Maßnahmen an der Ahr fertiggestellt Fünf Jahre nach der Flut: Kaum neuer Hochwasserschutz an der Ahr
Vor fünf Jahren hat die Flutkatastrophe an der Ahr 135 Menschenleben gefordert. Einen deutlich besseren Schutz vor Hochwasser gibt es bislang aber immer noch nicht.
Der Kreis möchte die Ahr so wiederherstellen, dass die Orte am Fluss einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser widerstehen können. Doch das ist nicht überall möglich. Beispielsweise in Altenahr: Hier spiele die Topographie nicht mit, so der Kreis. In Insul habe sich die Gemeinde aktiv dagegen entschieden, um beispielsweise den Festplatz nutzen zu können oder den Bau kleiner Mauern zu verhindern. Deswegen wird es an beiden Orten nur einen Schutz vor einem zwanzigjährigen Hochwasser geben.
Vor einer Flutkatastrophe wie 2021 wäre das Ahrtal aber auch dann nicht geschützt. Denn dabei würden Wassermengen durch die Orte fließen, die doppelt so groß sind, wie das statistische Jahrhunderthochwasser. Um dafür gewappnet zu sein, bräuchte es laut Kreis 18 Hochwasserrückhaltebecken.
Viele Brücken sind bis heute Behelfsbrücken
Wer mit dem Auto durch das Ahrtal fährt, merkt: Der Verkehr läuft wieder. Das liegt daran, dass viele Brücken wieder stehen, allerdings handelt es sich dabei oft um Behelfsbrücken des Technischen Hilfswerks (THW). Das bedeutet, man kann sie befahren, aber sie sind noch immer ein Provisorium. Allerdings ist der Bau bei vielen Brücken bereits im Gange oder wenigstens die Planungen stehen.