Vom Loreleyfelsen bei St. Goarshausen sind Ende August teils große Gesteinsbrocken abgebrochen. Seit dem 28. September wird der Felsen gesichert und die B42 ist seitdem gesperrt. Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) bleibt die Bundesstraße voraussichtlich für mehrere Monate zwischen St. Goarshausen und Kaub voll gesperrt.
Kletterer schneiden Pflanzen am Loreleyfelsen zurück
Die Kletterer am Loreleyfelsen sind mit Seilen an den Bäumen befestigt, die in der Nähe der Felskante stehen. Sie schneiden mit Motorsägen Äste und Gestrüpp weg, um an die losen Steine darunter zu gelangen. Diese Arbeiten können laut LBM vier bis fünf Wochen in Anspruch nehmen. Danach fängt die Felsberäumung an, teilt Cornelia Reichwein vom LBM mit. Sie ist als Geotechnikerin tätig.
Beim Freischneiden lösen sich bereits die ersten losen Steine, die dann ins Tal rauschen. Die Kletterer schneiden die ersten 30 Meter unterhalb der Felskante frei. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird den Angaben zufolge ein geotechnisches Gutachten erstellt. Das soll entscheiden, wie groß und in welchem Umfang die Sicherungsmaßnahmen in der Loreley notwendig sind. Danach lösen die Kletterer gezielt Steinschläge aus, um die Steine zu entfernen. Bereits jetzt werden Steine farblich markiert, die später entfernt werden sollen.
Die heruntergefallenen Steine werden laut Reichwein aber nicht entsorgt. Sie sollen für einen guten Zweck verwendet werden. Für welchen genau, sei derzeit noch nicht klar, es habe aber beispielsweise eine Anfrage von der Stadt St. Goarshausen gegeben. "Wir sind sehr, sehr froh, dass wir die nicht auf irgendeine Mülldeponie bringen müssen", sagte Reichwein.
Lösen der Steine soll mehrere Wochen dauern
Aus Sicherheitsgründen ist die Sperrung der B42 notwendig. Nach der vier- bis fünfwöchigen Felsberäumung sollen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Am Fels sollen dafür Steinschlagschutzzäune angebracht werden.
Die Arbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch, sagt Cornelia Reichwein. Geplant sind demnach drei bis fünf Monate - je nach Witterung. Das liegt daran, dass die meisten Verankerungen für die Zäune von den Kletterern händisch, am Seil hängend, mit Bohrankern angebracht werden.
"Im Sinne des UNESCO-Welterbes versuchen wir, die Sicherungsmaßnahmen optisch so unauffällig wie möglich im Hang anzubringen", so Reichwein. Erst nach Abschluss aller Sicherungsmaßnahmen könne die B42 wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Für die Zukunft ist nach Angaben von Cornelia Reichwein auch eine Art Galerie denkbar - ähnlich wie in den Alpen. "Im Prinzip so eine Überbauung der Straße, das ist in einigen Geologenköpfen schon seit einiger Zeit drin." Das müsse aber erst noch ausgewertet werden. Zunächst konzentriere man sich auf die nächsten Schritte am Felsen, sagt die Geotechnikerin.