Die Bundesstraße war seit dem Felssturz am Montag voll gesperrt. Zunächst wurden die großen Steinbrocken und die Erde von der Straße geräumt. Am Dienstag bauten Mitarbeiter der Straßenmeisterei dann einen 60 Meter langen Fangzaun an der Stelle unterhalb des Loreley-Felsens auf. Er steht auf der Mitte der Bundesstraße und soll Autofahrer schützen.
Am Mittwoch um kurz nach 9 Uhr wurde die B42 dann wieder freigegeben - und zwar einspurig. Laut dem Leiter der Straßenmeisterei in Bad Ems, Carsten Müller, wird der Verkehr mit einer Ampelanlage geregelt.
Umleitung: Sperrung der B42 traf die Region hart
Die einspurige Öffnung der B42 ist eine große Entlastung für die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis. Denn die offizielle Umleitung verlief sehr weiträumig über Nastätten durch den Taunus.
Der große Umweg traf auch alle, die auf die Ersatzbusse angewiesen sind, die seit Wochen wegen der rechtsrheinischen Bahnsperrung eingesetzt werden. Ortskundige Autofahrer konnten andere Schleichwege über die Taunushöhen nutzen.
Den verantwortlichen Straßenbehörden sei bewusst gewesen, dass die weiträumige Umleitung besonders für den Schulbusverkehr, für den Schienenersatzverkehr und auch für die Pendler eine erhebliche Belastung bedeutet, sagte Müller im Gespräch mit dem SWR. Deswegen seien alle bemüht gewesen, die B42 möglichst schnell wieder freizugeben.
Geologen und Kletterer untersuchen Loreley-Felsen
Zurzeit bereiten die Geologen und Kletterer ihre Zuwegung in den Felsen vor. Zum Teil muss der noch freigeschnitten werden. Die Experten sollen den Felsen in den nächsten Tagen abklopfen und nach losem Gestein suchen.
Es ist noch völlig offen, wie lange die Untersuchungen dauern werden - beziehungsweise die anschließenden Arbeiten, um den Fels zu sichern. Nach Angaben der Behörden kann das noch Wochen dauern.
Felsbruch an der Loreley ohne besondere Vorzeichen
Carsten Müller von der zuständigen Straßenmeisterei sagte dem SWR, noch stehe die Ursache für den Felssturz nicht fest. Seinen Angaben zufolge waren die Geologen selbst überrascht über den Felsbruch.
Denn es sei keine typische Felsbruch-Saison mit Frost-Tau-Wechsel. Außerdem habe es kein größeres Regen- oder Sturmereignis gegeben. "Das macht das Ganze ein bisschen besonders gefährlich, weil die Loreley sich plötzlich bewegt hat, ohne dass wir sagen können, es gab ein besonders prägnantes Ereignis von außen", sagte Müller.
Das Landesamt für Geologie teilte mit, dass sich Experten bei dem Felssturz in Kestert 2021 auch den Loreley-Felsen angeschaut hatten. Nun sollen die Aufnahmen von damals mit heute verglichen werden. Vor fünf Jahren kamen Drohnen mit Kameras und Lasertechnik zum Einsatz.
Absperrungen auch auf dem Loreley-Plateau
Auf dem Loreley-Plateau sind laut Müller der Rundweg und der Hauptaussichtspunkt mit den Fahnenmasten geöffnet. Allerdings seien auf der rechten Seite des Plateaus zwei weitere, kleinere Aussichtspunkte vorsichtshalber gesperrt. Dort stehen die Zäune relativ nah an der Abbruchkante.