Nach der Auswertung der in der Wohnung vorgefundenen schriftlichen Aufzeichnungen, den Erkenntnissen aus der rechtsmedizinischen Begutachtung der Leichen und einer Blutspurenmusteranalyse sowie aufgrund einer Gesamtbeurteilung aller Tatortspuren und einer Tatrekonstruktion ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz von einem sogenannten "erweiterten Suizid" des verstorbenen Vaters auszugehen.
Haftbefehl gegen Sohn aufgehoben
Der 26-jährige Sohn wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft deshalb aus der Untersuchungshaft entlassen. Nach den Ermittlungsergebnissen hat sein Vater mit hoher Wahrscheinlichkeit aus persönlicher Verzweiflung zunächst seine Frau mit Messerstichen tödlich verletzt. Danach soll er laut Staatsanwaltschaft seinem Sohn Stichwunden zugefügt haben, bevor er sich selbst mit zwei gezielten Messerstichen ins Herz das Leben nahm.
Mit Hinblick auf den mutmaßlich suizidalen Hintergrund und den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Sohnes gibt die Staatsanwaltschaft keine weiteren Details bekannt. Die Ermittlungen seien nach derzeitigem Stand weitgehend abgeschlossen.
Sohn bestritt die Tat, aber geriet unter Verdacht
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Sohn am 19. August selbst in den frühen Morgenstunden den Notruf gewählt und gemeldet, dass seine 52-jährige Mutter mit Messerstichen verletzt worden sei. Sein 55-jähriger Vater würde schlafen. Als die Rettungskräfte eintrafen, seien beide bereits tot gewesen.
Er bestritt laut Staatsanwaltschaft die Tat, seine Schilderung des Hergangs passten aber nicht mit den Spuren am Tatort zusammen. Deswegen war der Sohn, der ebenfalls in der Wohnung der beiden Opfer lebte, unter dringenden Tatverdacht geraten und saß in Untersuchungshaft.