Fast 14 Hektar groß ist in Lahnstein die Fläche der Bundesgartenschau 2029. Sie beginnt in Oberlahnstein am Schloss Martinsburg, das einen Barockgarten erhalten soll, und verläuft entlang des Rheinufers bis zur Lahnmündung und einem Teil des Industriehafens. Dabei soll die Hafenmole völlig neu inszeniert werden.
Pläne sehen Molenpark vor
Wo heute ein Trampelfpad und wildes Gebüsch vorherrschen, sieht der Plan der BUGA29 einen Molenpark vor: Für die Daueranlagen ist unter anderem ein Wasserspielplatz eingezeichnet, Freilufttrampoline, ein Bereich für Calisthenics, ein Platz zum Bouldern, bei dem der größte Boulderfelsen fast sechs Meter hoch sein wird, und ein Skatepark. Zusätzlich bekommen Fußgänger und Radfahrer einen neuen Weg entlang des Rheins, mit der neuen autofreien Brücke über die Lahn an der Lahnmündung.
Stadtstrand in Niederlahnstein
In Niederlahnstein ist außerdem neben dem Gelände des Rudervereins ein bleibender Stadtstrand geplant. Dazu kommen, wie es bei Bundesgartenschauflächen üblich ist, auch Spielplätze, ausgefallene Sitzgelegenheiten wie Panoramaschaukeln und Picknickbereiche. Ein Teil der neuen Gestaltungen, zum Beispiel die Brücke und der Skatepark, werden finanziell von der Stadt übernommen. Kostenpunkt etwa 20 Millionen Euro.
Oberbürgermeister Siefert: "Das wird ein Riesenwurf für Lahnstein"
Allein die BUGA29 veranschlagt zurzeit rund 17 Millionen Euro für Lahnstein. Gemeinsam mit weiteren Baumaßnahmen, die die Stadt mit Blick auf die Bundesgartenschau vornehmen wird und zwar mit privaten und öffentlichen Geldern, rechnet Lahnsteins Oberbürgermeister Lennart Siefert (parteilos) mit rund 100 Millionen Euro, die hier investiert werden: "Das wird ein Riesenwurf für Lahnstein! Ich freue mich unfassbar auf die Veränderung." Seit dem Zusammenschluss von Nieder- und Oberlahnstein 1969 sei dies die größte Maßnahme zur Stadtentwicklung.
Große Innenstadtsanierung steht in Lahnstein bevor
Denn zusätzlich werden viele Straßen und die kleinen Altstadtgassen in Lahnsteins Innenstadt saniert, ebenso das alte Rathaus. Hier wird die Tourist-Information einziehen, ein Sitzungssaal entstehen und eine öffentliche barrierefreie Toilette eingerichtet. Auch der Platz zur Städtepartnerstadt Ouahigouya wird erneuert, genauso wie der Bahnhofsvorplatz auf mehreren hundert Quadratmetern. Hier ist gleichzeitig der Haupteingang auf das BUGA-Gelände.
Die ersten Bauarbeiten haben in Lahnstein begonnen
Die ersten Bauarbeiten haben im Februar begonnen: Von der Martinsburg bis Braubach entsteht ein etwa zwei Kilometer langer Fahrradweg. Auch die Fahrradwege von der Johanniskirche bis Koblenz und von der Rudi-Geil-Brücke bis zur Schleuse werden erneuert. Die nächsten großen Bauarbeiten beginnen im Mai auf der Emser Straße und der Emser Landstraße in Niederlahnstein. Sie werden für etwa fünf bis sechs Millionen Euro komplett neu ausgebaut. Und für die Pfahlgründung der neuen Radbrücke am Lahnufer gibt es bereits Voruntersuchungen.
Die BUGA29 auf dem Loreley-Plateau und am Ufer
Ganz so viel wird auf dem Loreley-Plateau im Rhein-Lahn-Kreis nicht passieren. Hier gehört der bereits vor wenigen Jahren errichtete Kultur- und Landschaftspark zu den eintrittspflichtigen BUGA-Flächen, mitsamt seinem Strahlenweg und seiner kleinen Pfade, der Mythoshalle und dem ehemaligen Turnerheim. Laut BUGA29 sollen auf dem Loreley-Plateau "heimische Pflanzen" eine Rolle spielen und natürlich der Mythos rund um die Loreley. Allerdings ist bis auf einzelne Veranstaltungen auf der Loreley-Bühne kein BUGA-Programm zu erwarten. Sie liegt auch außerhalb des Eintrittsgeländes.
Rund um den denkmalgeschützten Häusener Kran am rechten Rheinufer in Sankt Goarshausen soll aus der Industriebrache ein dauerhafter Park entstehen - mit Spielflächen, Picknick- und Flaniermöglichkeiten. Er wird aber nicht eintrittspflichtig sein, ähnlich wie die Rheinanlagen in Bacharach auf der anderen Rheinseite.
Wie geht es hoch auf den Loreley-Felsen?
Die kürzeste Verbindung aus dem Rheintal hoch zum Loreley-Plateau wird runderneuert: die Treppe, die am Loreleyhafen beginnt und Besucher und Besucherinnen auf knapp 400 Stufen hoch auf den Loreleyfelsen führt. Nach Angaben der BUGA ist für die Zeit der Bundesgartenschau ein Shuttle-Service von der Fähre in Sankt Goarshausen hoch auf den Loreley-Felsen geplant. Auch die Fähren sollen zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen häufiger fahren.
BUGA-Bewegung im Tal und auf den Höhen
In einigen Orten im Mittelrheintal entwickelt sich eine BUGA-Bewegung. Höhenorte wie Prath und Reitzenhain im Rhein-Lahn-Kreis beteiligen sich an den BUGA-Stauden-Beeten, genauso wie Kaub am Rhein. Kamp-Bornhofen setzt ein Bürger-Projekt um. Dabei greifen sie das Thema Rosen auf. Ein anderes Bürger-Projekt setzen die Menschen in Dörscheid um: Sie wollen zum Schmetterlingsdorf werden. Dazu wird es am 12. Juni auch eine Veranstaltung, unter anderem mit dem bekannten DJ Dominik Eulberg geben.
Die nächsten BUGA29 Etappen für das Jahr 2026
Ab dem 14. September tourt die BUGA29 wieder mit ihrem Tiny-House durchs Mittelrheintal und macht auf ihrer Roadshow auch Station in Kamp-Bornhofen. Hier wird dann nach Angaben der BUGA mit einem Rahmenprogramm mit Musik und Snacks über die Pläne in der Region informiert.
Eine nächste wichtige Etappe ist den Angaben zufolge Ende 2026 erreicht. Dann soll das sogenannte Ausstellungskonzept für die 180 Tage dauernde Bundesgartenschau für alle Flächen im Mittelrheintal stehen. Darunter ist der Plan zu verstehen, wo welche Ausstellungen zu sehen sein werden, wo die Ein- und Ausgänge sind, wo die Gastronomien aufgestellt werden und die Toiletten.