Gut fünf Jahre nach der Flutkatastrophe kann das Apollinarisstadion in Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder komplett genutzt werden. Bei einer Feier wurde die Sportstätte am Samstagnachmittag offiziell von Bürgermeister Pascal Rowald (CDU) eröffnet.
Der Präsident des Ahrweiler Ballspielclubs, Gerd Treffer, sagte, mit dem fertigen Stadion kehre auch das Vereinsleben in die Stadt zurück. Neben dem Ballspielclub nahmen auch der Hockey- und Tennisclub Bad Neuenahr, die Leichtathletik-Gemeinschaft Kreis Ahrweiler, der TuS Ahrweiler und der SC 13 Bad Neuenahr an der Feier teil. Auf dem Festprogramm standen unter anderem Meisterschaftsspiele, ein Bambini-Turnier und verschiedene Mitmach-Angebote. Außerdem fanden zwei Führungen statt, bei denen die Stadt über den Wiederaufbau informierte.
Apollinarisstadion in Flutnacht stark beschädigt
Bei der Flut 2021 war die Sportanlage im Ahrtal stark beschädigt worden. Seitdem wurde sie Stück für Stück wiederaufgebaut. Ganz still war es im Apollinarisstadion in den vergangenen Jahren aber nicht: Einige Plätze und Bereiche konnten schon früher wieder genutzt werden. Jetzt ist auch der letzte Bauabschnitt geschafft.
Der erste sanierte Kunstrasenplatz wurde schon 2023 eingeweiht, später kamen der Hauptplatz und die Leichtathletikanlagen dazu. Zuletzt fehlte noch der Westplatz mit der Westtribüne und dem Stadiongebäude am Vereinsheim des Ahrweiler Ballspielclub. Dieser letzte Bauabschnitt war pünktlich zur Eröffnungsfeier am Samstag fertig. Damit ist nach fünf Jahren auch der Wiederaufbau der gesamten Sportanlage abgeschlossen.
Vereine mussten auf andere Plätze ausweichen
Was die vergangenen Jahre für die Vereine bedeutet haben, zeigt sich zum Beispiel beim Ahrweiler Ballspielclub. Nach der Flut mussten die Mannschaften erstmal auf andere Sportplätze in der Region ausweichen.
Rund 350 Kinder und Jugendliche waren zeitweise auf zwölf verschiedene Trainingsorte verteilt. Andere Vereine stellten dafür ihre Plätze zur Verfügung. Trainiert wurde unter anderem in Gönnersdorf und Rheinbach, teilweise ging es sogar bis hinter Bonn. Gerade für die Eltern bedeutete das oft deutlich weitere Wege.
ABC-Präsident: "Ein Verein braucht eine Heimat"
Trotzdem schaffte es der ABC schon wenige Monate nach der Flut wieder mit allen Mannschaften am Spielbetrieb teilzunehmen. Dem Verein sei es gerade für die Kinder wichtig gewesen, möglichst schnell wieder gemeinsam Sport machen zu können, erzählt ABC-Präsident Gerd Treffer. "Der Verein ist ja wie eine Familie", sagt Treffer.
Ein Verein braucht eine Heimat und wenn die Heimat zerstört ist, ist das echt eine Katastrophe.
Aber nur einen Platz zum Trainieren zu haben, habe auf Dauer nicht gereicht. Denn bei der Flut wurde auch das Vereinsheim komplett zerstört - und damit ein wichtiger Treffpunkt für die Mitglieder. Für Treffer ist deshalb klar: "Ein Verein braucht eine Heimat und wenn die Heimat zerstört ist, ist das echt eine Katastrophe." Über Jahre hätten die Mannschaften an verschiedenen Orten trainiert und sich dadurch im Vereinsalltag deutlich seltener getroffen.
Für ABC-Präsident Treffer ist die Eröffnung ein besonderer Moment
Gerd Treffer ist seit mehr als 50 Jahren Mitglied im Ahrweiler Ballspielclub. Vor kurzem habe er mit einem Freund auf der großen Tribüne am Hauptplatz gesessen und das fertige Stadion einfach mal auf sich wirken lassen.
Wenn er dort sitze und die vergangenen Jahre Revue passieren lasse, "kommen einem natürlich schon mal die Tränen", erzählt Treffer. Besonders schön sei es für ihn, wieder Kinder auf der Anlage spielen zu sehen: "Das ist einfach nur schön."