Die Tat soll sich im Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung in Pirmasens ereignet haben. Zum Prozessauftakt am Landgericht Zweibrücken räumte der Angeklagte die Vorwürfe auch weitgehend ein. Laut Anklage soll sich der junge Mann durch das Husten seines Mitbewohners so sehr gestört gefühlt haben, dass er ihn angriff, mit einer Schraubzange schlug und später versucht haben soll, das Zimmer des Opfers anzuzünden.
Mann soll vor der Tat in Pirmasens Cannabis geraucht haben
Die Staatsanwaltschaft geht aktuell davon aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt nicht vollständig schuldfähig war. Er habe verstärkt Cannabis geraucht und leide unter einer psychischen Störung. Im Prozess sagte der Angeklagte aus, dass er sich von seinem Mitbewohner und dessen Freunden bedroht gefühlt habe. Außerdem gab er an, sein Mitbewohner habe absichtlich gehustet, damit er nicht schlafen könne. Krank sei sein Mitbewohner aber nicht gewesen. Das Opfer hingegen sagte aus, er sei sehr wohl zu dem Zeitpunkt krank gewesen und hätte deshalb immer wieder husten müssen.
Angeklagter soll Zimmer des Mitbewohners angezündet haben
Durch den Angriff mit der Schraubzange soll das Opfer eine leichte Verletzung davongetragen und die Polizei gerufen haben. Daraufhin habe der Angeklagte versucht, die Zimmertür des Mitbewohners mit Gewalt zu öffnen. Als er mitbekam, dass sein Mitbewohner die Polizei anrief, soll der Angeklagte im Keller des Mehrfamilienhauses einen Kanister mit einer Öl-Benzin-Mischung geholt haben. Diese Mischung soll er unter den Türschlitz in das Zimmer des Mitbewohners geschüttet und angezündet haben.
Verpuffung und Sprung aus Fenster
Es sei zu einer Verpuffung gekommen, Fensterglas und die Zimmertür zersplitterten. Der einzige Ausgang aus dem Zimmer geriet in Brand. Der Mitbewohner befreite sich durch einen Sprung aus seinem Zimmer. Das Feuer soll sich schnell ausgebreitet haben. In der Wohnung kam es zu erheblichen Schäden. Warum er das Feuer gelegt habe, könne er sich selbst nicht erklären, sagte der Angeklagte im Prozess. Er sei in einem Ausnahmezustand gewesen und habe seine Taten nicht mehr unter Kontrolle gehabt.
Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord
Laut Anklage soll der Mann nicht nur den Tod seines Mitbewohners, sondern auch der anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses billigend in Kauf genommen haben. Neben dem Vorwurf des versuchten Mordes muss sich der junge Mann unter anderem wegen der gefährlichen Körperverletzung und der schweren Brandstiftung verantworten.
Ein Urteil in dem Prozess soll voraussichtlich Ende des Monats fallen.