Gebrauchte Unterhosen, stinkende Oberteile oder Kleidung, die zerrissen oder fleckig ist – all das findet Rita Eisenhut in den Altkleiderspenden, die sie erhält. Sie arbeitet im Second-Hand-Geschäft "Fundus" in Kirchheimbolanden im Donnersbergkreis. "Wenn wir die Kleidersäcke öffnen, müssen wir Handschuhe anziehen, falls etwas Infektiöses darin ist", sagt Eisenhut.
Illegaler Müll vor dem Second-Hand-Laden im Donnersbergkreis
Laut Eisenhut sind 80 Prozent der gespendeten Kleider unbrauchbar für den Second-Hand-Laden. Das habe sich in den letzten Jahren verschlimmert. Jetzt spitze sich die Lage aber besonders zu, weil die Altkleider-Container nach und nach abgebaut werden, so Eisenhut. "Dass die Container wegfallen, hat auf jeden Fall Auswirkungen. Das merken wir total", sagt sie.
"Einmal hatten wir über Nacht 20 Säcke mit unbrauchbaren Kleidern vor der Tür."
Eigentlich dürfen die Kunden nur spenden, wenn der Laden geöffnet hat, aber viele Menschen stellen ihren Müll einfach vor der Ladentür ab: "Einmal hatten wir über Nacht 20 Säcke mit unbrauchbaren Kleidern vor der Tür. Einige Menschen zerreißen dann auch noch die Tüten und verteilen die Altkleider." Die Gebühren für den abgestellten Müll muss das Second-Hand-Geschäft im Donnersbergkreis eigenständig übernehmen.
Auch Sozialkaufhaus in Kaiserslautern betroffen
Dass enorm viel unbrauchbare Kleidung gespendet wird, kann auch Uwe Henn bestätigen. Er ist der Leiter des sozialen Second-Hand-Warenhauses "Schatzkiste" des Ökumenischen Gemeinschaftswerkes Pfalz. "Da ist so viel Schrott dabei, dass wir jede Woche 50 bis 100 Säcke davon wegschmeißen müssen", erzählt er. Die Wertstoffhöfe sind laut Henn total überfüllt: "Wir bringen dort normalerweise die unbrauchbaren Kleider hin, aber selbst die Wertstoffhöfe sind rappelvoll." Ähnlich sehe es bei den verbliebenen Containern aus.
"Da ist so viel Schrott dabei, dass wir jede Woche 50 bis 100 Säcke davon wegschmeißen müssen."
Darum werden immer mehr Container in Rheinland-Pfalz abgebaut
Dass viele Altkleidercontainer in Rheinland-Pfalz verschwinden, liegt an den hohen Kosten. Gemeinnützige Organisationen wie beispielsweise die Malteser oder die Caritas Speyer haben es immer schwerer mit Altkleidern noch Geld zu verdienen. Einige haben schon Container abgebaut, andere planen das, wenn Kommunen nicht helfen.
Die Caritas Speyer hat nach Angaben einer Sprecherin wegen der Pleite ihres Entsorgungspartners Texaid allein in der Südwestpfalz 88 Container aufgegeben, im Kreis Kaiserslautern 32 und in Pirmasens rund 20.
Das fordern die Malteser Rheinland-Pfalz
Der Partner der Malteser, FWS (FairWertung Service GmbH), organisiert den Abbau und fordert von den Kommunen, Stellplatz- und Müllgebühren oder Zuschüsse zu übernehmen. Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz sind die Kommunen für die Entsorgung von Alttextilien verantwortlich. Ohne Unterstützung droht deutschlandweit der komplette Abbau der Container, so eine Malteser-Pressesprecherin.
Seit Anfang 2025 sind die Preise für gebrauchte Kleidung durch minderwertige "Fast Fashion" und sinkende Nachfrage stark gefallen. Oft landen auch Müll oder Sperrmüll in den Containern, was das Leeren erschwert, so die Sprecherin. Die Malteser betreiben aktuell etwa 1.200 Container in Rheinland-Pfalz. Die Einnahmen fließen in soziale Projekte. Deshalb bitten sie: Nur saubere Kleidung spenden und keine Säcke vor vollen Containern abstellen.
Das wünschen sich Second-Hand-Läden im Westen der Pfalz
Auch Rita Eisenhut bittet um saubere und tragbare Kleidung: "Denken Sie einfach immer daran: Würde ich diese Bluse noch tragen? Falls die Antwortet "Ja" lautet, dann können Sie die Kleider an Second-Hand-Läden spenden."