Fiepend wagt sich der erste Otter aus seinem Häuschen, dann folgt der Rest seiner achtköpfigen Familie. Vorsichtig erkunden sie die neuen Kiesel, Mäuerchen und den Schwimmbereich. Dann geht's los: Einer nach dem anderen taucht ab – auf der Suche nach kleinen Fischen. All das ist möglich, im neuen Ottergehege im Zoo Kaiserslautern.
Zoo Kaiserslautern schafft für Otter neuen Bereich
Gerade erst sind Harry Otter, seine fünf Otter-Geschwister und die Eltern Max und Cora in den komplett neu gestalteten Bereich direkt am Zooeingang umgezogen. Mit verschiedenen Materialen ist der Boden dort bedeckt: Erde, Steine, Kiesel und Sand. Dazu Schwimm-Bereiche auf verschiedenen Ebenen, die mit einer sich selbst-reinigenden Pumpe betrieben werden.
Hilfreich am neuen Gelände seien die flachen Uferbereiche, erklärt Tierpflegerin Christina Longen, die den Ottern gerade ein paar Fische über die Glaswand zu wirft. Denn: Otter waschen ihre Nahrung im Teich, bevor sie sie essen. "Ist das Ufer zu steil, müssen sie im Wasser aktiv schwmmen und können ihre Fische nicht waschen."
Otter lieben Kieselsteine
Ein weiterer Vorteil des neuen Geheges, das laut der Zooleitung an die 90.000 Euro gekostet hat: Die Kieselsteine. "Otter lieben Kieselsteine", sagt die Tierpflegerin. "Die benutzen das zum spielen. Die suchen sich auch einen Lieblings-Kiesel aus, den sie dann rumtragen." Die Steine würden ihnen außerdem helfen, Muscheln zu knacken.
Zoo Kaiserslautern: Frühere Filteranlage war defekt
Früher sah's hier anders aus: Grün angelaufene Glasabtrennungen, abgestandenes Wasser im Teich. "Der bisherige Otter-Bereich war nicht mehr schön, für unsere Otter nicht, aber auch nicht für unsere Besucherinnen und Besucher", erinnert sich Zoo-Geschäftsführerin Petra Rödler. Wegen Problemen mit der Filteranlage sei das Wasser stark verschmutzt gewesen, sodass die Otter nicht mehr richtig schwimmen konnten.
Die Kosten und der Aufwand für den neuen Bereich seien in die Höhe geschossen, als klar wurde, dass unter die Teiche verstärkte Teichfolie verlegt werden muss.
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Graffiti-Künstler Kenz aus Kaiserslautern gestaltet Zoo-Wand
Den Großteil der Kosten, 50.000 Euro, übernimmt der Verein Zoofreunde Kaiserslautern. Doch auch das Lautrer Kulturreferat hat das Ottergehege gefördert. Warum das?
Weil neben den fiependen Ottern auch die Mauer hinter dem Gehege ein Hingucker geworden ist: Mit schwimmenden Ottern und stilisierten Otter-Skeletten hat der Lauterer Graffiti-Künstler Carl Kenz die Wand gestaltet. Das soll laut Geschäftsführerin Rödler auch kunstinteressierte Lauterer in den Zoo locken.