Am 21. August soll der Mann das Mädchen mit mehreren Messerstichen am Kopf schwer verletzt haben. Seitdem hat sich das Kind glücklicherweise körperlich wieder erholen können, heißt es von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern.
Angeklagter bekam Diagnose Pädophilie
Am Mittwoch wurde vor dem Landgericht Kaiserslautern ein psychiatrisches Gutachten vorgestellt. Darin heißt es unter anderem, dass der Angeklagte sowohl unter einer Entwicklungs- und Persönlichkeitssstörung, als auch unter Autismus leide. Zudem wurde bei ihm Pädophilie diagnostiziert. Der 22-jährige Mann habe ein mittleres Risiko auf Sexualstraftaten im Hinblick auf Kinder, so der Gutachter
22-Jähriger hat schon früher Pflegegeschwister sexuell belästigt
Es soll in der Pflegefamilie bereits früher ähnliche Vorfälle gegeben haben, erklärte der Gutachter vor Gericht. So habe der Angeklagte vor einigen Jahren bereits andere Pflegegeschwister sexuell belästigt. Damals soll er nämlich heimlich Aufnahmen von Pflegeschwestern im Bad gemacht haben. Außerdem soll der junge Mann damals auch versucht haben, eine andere Pflegeschwester zu vergewaltigen. Dazu habe es damals auch ein Ermittlungsverfahren gegeben, das aber eingestellt wurde.
Offenbar seit Jahren psychische Probleme
Bereits am Montag hatte sich der Angeklagte geäußert - und die Tat auch eingeräumt. Dabei gab er an, dass er sowohl in der Schule als auch in seiner Pflegefamilie Schwierigkeiten gehabt habe. Er sei auch mehrfach in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Zudem habe er vor der Tat Alkohol getrunken. Einer Aussage der Pflegemutter zufolge wurden bei dem Angeklagten Autismus und eine Anpassungsstörung diagnostiziert. Die Tat, die dem 22-Jährigen vorgeworfen wird, sei für die Pflegemutter "aus dem Nichts" gekommen.
Wollte der junge Mann sexuellen Missbrauch vertuschen?
Der Angeklagte und das Mädchen lebten bei derselben Pflegefamilie. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte mit der Tat einen versuchten sexuellen Missbrauch vertuschen wollte. Dieses Motiv wird als Mordmerkmal gewertet, weswegen ihn die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen des versuchten Mordes angeklagt hat.
Angeklagter hat Kind in sein Zimmer gelockt
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angeklagte das 10-jährige Mädchen in der Tatnacht in sein Zimmer gelockt haben. Dort soll er ihr dann Geld angeboten haben, wenn sie sich für ihn ausziehe. Als das Kind dies abgelehnt habe und sagte, sie werde der Pflegemutter davon erzählen, soll der Angeklagte die 10-Jährige mit dem Messer verletzt haben.
Tatverdächtiger wurde tagelang gesucht Nach Messerangriff auf Mädchen in Schallodenbach: Anklage wegen versuchten Mordes
Ein 22-Jähriger soll in Schallodenbach ein 10-jähriges Mädchen niedergestochen haben. Der Fall hatte im August die Menschen im Kreis Kaiserslautern bewegt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.
22-Jähriger auf Feld bei Schneckenhausen festgenommen
Der mutmaßliche Täter war nach der Tat zwei Tage auf der Flucht, bevor er auf einem Feld bei Schneckenhausen im Kreis Kaiserslautern festgenommen wurde. Der Fall hatte im August für große Betroffenheit und Verunsicherung in der Region gesorgt.