Urteil nach Tötungsdelikt auf Vogelweh

Mord auf US-Gelände in Kaiserslautern: Täter muss in Psychiatrie

Das Landgericht Kaiserslautern hat einen Mann wegen Mordes an seinem Kollegen schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er den Mann auf dem US-Gelände Vogelweh in Kaiserslautern erdrosselt hatte.

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Von Autor/in Viktoria Machleidt

Die Kammer kam zum Entschluss, dass der 30-Jährige seinen Kollegen damals erst grundlos geschlagen und dann erwürgt hat. Kurz nach der Tat soll er sich in die USA abgesetzt haben. Nach einer internationalen Fahndung wurde der Mann nach Deutschland ausgeliefert und hier festgenommen.

Das Landgericht hat den Mann jetzt wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt - allerdings entschieden, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagter fordert in Kaiserslautern unter anderem neuen Richter

Der 30-jährige Angeklagte wollte sich gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Landgericht Kaiserslautern zur Tat äußern. Das war aber offenbar nicht mit seinem Verteidiger abgesprochen, denn sowohl dieser als auch der vorsitzende Richter rieten dem Angeklagten, sich zuerst mit seinem Anwalt zu besprechen.

Darauf entbrannte im Gerichtssaal eine Diskussion und der Angeklagte forderte zwischenzeitlich sowohl einen neuen Richter als auch einen neuen Veteidiger und einen neuen Verhandlungstermin. Denn, so der Angeklagte, es hätten sich alle gegen ihn verschworen.

Bizarre Aussagen des Angeklagten zum Motiv

Zur Tat selbst sagte der Angeklagte, er habe das Opfer, einen 63-jährigen Mann, etwa 20 Minuten lang gewürgt, ihn aber nicht getötet. Grund: Das Opfer sei seiner Ansicht nach entweder ein Terrorist oder aber ein Pädophiler gewesen. Außerdem sprach der Angeklagte von einer Organisation, deren Mitglied er sei. Die habe ihm befohlen, "die Basis" zu beschützen. Um was für eine Basis es sich dabei handelt, wurde im Verfahren nicht klar. Der 30-Jährige sprach wiederholt von Geheimdienstoperationen, die dazu führten, dass er die Handlungen durchgeführt hatte.

Nach Angaben des Angeklagten, gab es unmittelbar vor der Tat keine Konflikte zwischen ihm und dem Opfer. Beim Prozessauftakt sprach er von einer "positiven Interaktion" mit dem 63-jährigen Opfer.

Opfer wurde im August 2024 tot aufgefunden

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurde die Leiche des Mannes Anfang August 2024 von seinem Vorgesetzten leblos an seiner Arbeitsstelle in Kaiserslautern-Vogelweh gefunden. Der Mann war Angestellter einer externen Firma, die auf dem Gelände in einem Gebäude arbeitete.

In Kaiserslautern steht ein Mann vor Gericht, der auf dem US-Gelände Vogelweh einen Kollegen erdrosselt haben soll.
Nach seiner Flucht in die USA muss sich der Tatverdächtige jetzt vor Gericht verantworten. Er soll einen Kollegen auf dem US-Gelände in Vogelweh erdrosselt haben.

Tatverdächtiger flieht nach Gewalttat auf US-Gelände ins Ausland

Der Angeklagte hatte sich nach dem Tötungsdelikt ins Ausland abgesetzt. Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mitgeteilt hatte, wurde international nach ihm gefahndet, bis er schließlich in den USA festgenommen werden konnte. Aufgrund bestehender Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Deutschland wurde er dann nach Deutschland überstellt.

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Autor/in
Viktoria Machleidt
Reporterin Viktoria Machleidt aus dem SWR-Studio in Kaiserslautern.

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