Die Kammer kam zum Entschluss, dass der 30-Jährige seinen Kollegen damals erst grundlos geschlagen und dann erwürgt hat. Kurz nach der Tat soll er sich in die USA abgesetzt haben. Nach einer internationalen Fahndung wurde der Mann nach Deutschland ausgeliefert und hier festgenommen.
Das Landgericht hat den Mann jetzt wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt - allerdings entschieden, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Angeklagter fordert in Kaiserslautern unter anderem neuen Richter
Der 30-jährige Angeklagte wollte sich gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Landgericht Kaiserslautern zur Tat äußern. Das war aber offenbar nicht mit seinem Verteidiger abgesprochen, denn sowohl dieser als auch der vorsitzende Richter rieten dem Angeklagten, sich zuerst mit seinem Anwalt zu besprechen.
Darauf entbrannte im Gerichtssaal eine Diskussion und der Angeklagte forderte zwischenzeitlich sowohl einen neuen Richter als auch einen neuen Veteidiger und einen neuen Verhandlungstermin. Denn, so der Angeklagte, es hätten sich alle gegen ihn verschworen.
Bizarre Aussagen des Angeklagten zum Motiv
Zur Tat selbst sagte der Angeklagte, er habe das Opfer, einen 63-jährigen Mann, etwa 20 Minuten lang gewürgt, ihn aber nicht getötet. Grund: Das Opfer sei seiner Ansicht nach entweder ein Terrorist oder aber ein Pädophiler gewesen. Außerdem sprach der Angeklagte von einer Organisation, deren Mitglied er sei. Die habe ihm befohlen, "die Basis" zu beschützen. Um was für eine Basis es sich dabei handelt, wurde im Verfahren nicht klar. Der 30-Jährige sprach wiederholt von Geheimdienstoperationen, die dazu führten, dass er die Handlungen durchgeführt hatte.
Nach Angaben des Angeklagten, gab es unmittelbar vor der Tat keine Konflikte zwischen ihm und dem Opfer. Beim Prozessauftakt sprach er von einer "positiven Interaktion" mit dem 63-jährigen Opfer.
Opfer wurde im August 2024 tot aufgefunden
Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurde die Leiche des Mannes Anfang August 2024 von seinem Vorgesetzten leblos an seiner Arbeitsstelle in Kaiserslautern-Vogelweh gefunden. Der Mann war Angestellter einer externen Firma, die auf dem Gelände in einem Gebäude arbeitete.
Tatverdächtiger flieht nach Gewalttat auf US-Gelände ins Ausland
Der Angeklagte hatte sich nach dem Tötungsdelikt ins Ausland abgesetzt. Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mitgeteilt hatte, wurde international nach ihm gefahndet, bis er schließlich in den USA festgenommen werden konnte. Aufgrund bestehender Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Deutschland wurde er dann nach Deutschland überstellt.