Löwe Erion wurde in Albanien von einer Privatperson als Haustier gehalten. Das ist aber verboten. Der Löwe hat auf einem Privatgrundstück unter schlechten Bedingungen gelebt. Zum Beispiel war sein Gehege viel zu klein. Behörden waren auf das Ganze aufmerksam geworden, weil Erions Besitzer ein Foto von ihm bei Social Media gepostet hatte. Der Löwe wurde daraufhin beschlagnahmt.
Wo genau Erion herkommt, das weiß niemand so richtig. Möglicherweise ist er ein Opfer des illegalen Wildtierhandels, davon geht der Zoll aus. Der hat die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" dabei unterstützt den Löwen nach Deutschland zu bringen - in die Pfalz. Die Reise von Albanien aus war lang: vier Tage, mehr als 2.000 Kilometer durch sieben Länder. Begleitet wurde Erion unter anderem von Wildtierärzten und Tierschützern.
Löwe Erion: Reise in die Pfalz für ein neues Leben
Das Zollamt Pirmasens hat dann in Deutschland kontrolliert, ob es wirklich Erion ist, der in die Pfalz gebracht wird. Dafür wurde unter anderem ein implantierter Mikrochip ausgelesen. Und seit Mitte Dezember lebt Erion jetzt in der Auffangstation für Wildtiere in Maßweiler im Kreis Südwestpfalz. Auf dem ehemaligen Militärgelände im Pfälzerwald finden seit einigen Jahren zum Beispiel Großkatzen ein neues Zuhause.
Rettung und Schutz für Tiger, Puma und Löwe Tierauffangstation Maßweiler: Seit zehn Jahren Zuhause für Großkatzen in Not
Viele wissen das gar nicht: In der Südwestpfalz leben Tiger. Und zwar in der Tierauffangstation in Maßweiler. Dort kommen seit zehn Jahren gerettete Großkatzen unter.
Tierauffangstation Maßweiler: Löwe Erion ging es zuerst gar nicht gut
In der Wildtierauffangstation hat Löwe Erion jetzt ein Gehege mit Pflanzen und Schlafplätzen. Er bekommt regelmäßig Futter und viel Aufmerksamkeit. Die braucht er auch. Als er im Dezember 2025 nach Maßweiler gekommen ist, war ihm laut der Auffangstation deutlich anzusehen, dass er bisher unter schlechten Bedingungen gelebt hatte. Er war dünn, hatte wenig Muskulatur und er hatte seine Mähne komplett verloren. Für gesunde Löwen-Männchen ist eine Mähne eigentlich normal. Sie steht zum Beispiel für Stärke.
Löwe Erion muss jetzt also erst mal wieder aufgebaut werden, vom Experten-Team in Maßweiler. Laut Biologin Eva Lindenschmidt geht es ihm immer besser, weil er viel besser versorgt wird. Nach wenigen Monaten schon ist er kaum wiederzuerkennen: "Er hat an Gewicht und Muskulatur gewonnen und langsam wächst auch die Mähne wieder nach", sagt Lindenschmidt.
Die Tierpfleger sind auch sonst zufrieden mit seiner Entwicklung, "er hat sich gut eingelebt". Auch wenn er teilweise noch zurückhaltend ist, Löwe Erion ist inzwischen auch verspielt und neugierig. Wird immer selbstbewusster. Er hat auch eine gute Beziehung zu seinen Pflegern, die sich täglich um ihn kümmern. "Sobald sie an das Gehege kommen, kommt er direkt zum Zaun und folgt ihnen dann auf Schritt und Tritt, wenn sie am Zaun entlanglaufen", erzählt Lindenschmidt.
Löwe Erion wird in der Pfalz immer selbstbewusster
Laut Eva Lindenschmidt ist er aber eben doch noch oft unsicher. Weil er bei seinem früheren Besitzer in Albanien recht isoliert gelebt hat. Die Biologin sagt auch, dass Erion noch immer recht nervös ist, wenn fremde Menschen und größere Gruppen an sein Gehege kommen. Mit Blick auf seine Vergangenheit muss er sich an alles erst noch gewöhnen.
Von März bis November können sich Besucherinnen und Besucher die Tierauffangstation in Maßweiler auch regelmäßig anschauen. Dort lebt nicht nur Löwe Erion. Auch die weißen Tiger-Schwestern Charlota und Ramba haben dort ein neues Zuhause gefunden. Auch sie wurden früher illegal privat gehalten. Außerdem leben dort unter anderem noch gerettete Silberfüchse und Waschbären.