Riesige Bagger stehen auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Bischoff in Winnweiler. Sie reißen nach und nach alte Decken, Kabel und Beton herunter. Auf dem Gelände, wo einst Bier gebraut wurde, ist es heute laut und staubig. Nach 150 Jahren ist Schluss mit dem Bier in Winnweiler. Seit 2022 steht die ehemalige Brauerei leer. Nun wird hier Platz für Neues geschaffen. Die alten Brauerei-Gebäude werden abgerissen, damit auf dem Areal unter anderem Wohnungen entstehen können.
Bis Weihnachten sollen die Gebäude abgerissen sein
Die Gebäude werden zunächst entkernt, schadstoffsaniert und entrümpelt, dann können sie abgerissen werden. Bereits drei Gebäude seien nun abrissbereit, erklärt Hans-Peter Müller, der die Abrissarbeiten leitet. Ziel sei es bis Weihnachten mit den Abrissarbeiten fertig zu sein. Witterungsbedingt könne das aber auch länger dauern.
Ein Teil der Baumaterialien kann sogar für ein neues Bauvorhaben verwendet werden. "Wir trennen Metalle, Kunststoffe, Holz, Kabel und Rohre aus den Gebäuden heraus und verwenden sie weiter", so Müller. Aus dem zurückgebliebenen Mauerwerk und Beton werde man ein Frostschutzmaterial für Straßen und Unterbauten herstellen.
Wohnungen statt Brauerei in Winnweiler
Die Gebäude werden abgerissen, damit hier unter anderem neuer Wohnraum entstehen kann. Zwei Unternehmen aus der Westpfalz haben das Gelände der alten Brauerei gekauft. Bier werden sie dort nicht mehr brauen – aber in ein paar Jahren soll hier im wahrsten Sinne des Wortes wieder Leben einziehen. Das sagt Thomas Knieriemen, Geschäftsführer von Immo 150 aus Kaiserslautern. Ein Unternehmen, dass unter anderem Häuser, Wohnungen und Geschäftsgebäude baut.
Auch auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei sollen Wohnungen und Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Bis die bezugsfertig sind, dauert es aber noch etwas. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die ersten Wohnungen frühstens in zweieinhalb Jahren fertig sein werden.
Außerdem würde die Firma gerne ein so genanntes Servicewohnen anbieten. Das sind Wohnungen für ältere Menschen, die aber auch bestimmte Unterstützungen bekommen können, zum Beispiel einen Einkaufsservice oder Hilfe beim Putzen. Um die 130 Wohneinheiten könnten in Winnweiler entstehen, sagt Knieriemen.
Kommt ein Supermarkt auf das alte Brauerei-Gelände?
Einige Gebäude sollen aber bestehen blieben: Ein Haus auf dem Gelände, das in Privatbesitz ist, ein ehemaliges Verwaltungsgebäude und eine Lagerhalle. Die Firma Schultz aus dem benachbarten Imsbach hatte die Lagerhalle der Brauerei gekauft. Ursprünglich hatte das Holzbauunternehmen das Ziel die Halle selbst zu nutzen. Nun ist Firmenchef Timo Schultz mit Einkaufsmärkten im Gespräch, die dort ein Vollsortiment anbieten wollen.
Auch das Verwaltungsgebäude soll erhalten bleiben, hier gebe es zwei Interessenten aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, erklärt Holger Schwambach, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens Immo 150. "Das Gebäude soll von der äußeren Optik bestehen bleiben, es wird aber energetisch saniert", betont Schwambach.
Ein Stück Brauereigeschichte bleibt
Auch wenn kein Bier mehr auf dem Gelände gebraut wird, an die mehr als 150-jährige Brauerei-Geschichte soll auch in Zukunft noch das eine oder andere auf dem Gelände erinnern – nicht zuletzt der neue Name des Geländes: "Bischoff Quartier".