Bildungsministerin stellt Änderungen vor

Handyverbot bis Klasse 10: Diese Neuerungen bringt das Schuljahr 2026/27

Ab Februar 2027 soll für Schülerinnen und Schüler in RLP bis einschließlich Klasse 10 ein Handyverbot gelten. Zudem setzt das Land auf mehr Lehrkräfte oder Ganztagsschulen.

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Stand

An rheinland-pfälzischen Schulen soll es ab Februar 2027 ein Handyverbot für Schülerinnen und Schüler bis einschließlich der zehnten Klasse geben. Das kündigte Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) zum Start des Schuljahres 2026/27 an.

Geplant ist laut Ministerium, die private Nutzung von Handys und anderen digitalen Endgeräten während der gesamten Schulzeit zu untersagen. Das soll auch für Pausen und Ganztagsangebote gelten. Mitgeführte Geräte müssten ausgeschaltet und nicht sichtbar verwahrt werden.

Die Ministerin erläuterte auch, wie sie sich die Umsetzung der neuen Regeln im Schulalltag vorstellt:

Schulordnungen sollen angepasst werden

Eiling-Hütig erklärte, man wolle damit den Druck auf junge Menschen verringern, ständig erreichbar und online zu sein. Zugleich solle wieder mehr Raum für persönliche Gespräche und direkte soziale Interaktion entstehen. Dafür müssten zunächst die Schulordnungen angepasst werden.

Die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler lehnt ein generelles Handyverbot ab. Dieses greife zu kurz und könne pädagogische Konzepte zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien nicht ersetzen.

Wie viele Schüler und Lehrkräfte gibt es im neuen Schuljahr?

Zum neuen Schuljahr werden 40.150 Erstklässlerinnen und Erstklässler in die rheinland-pfälzischen Grundschulen kommen und damit etwas weniger als im vergangenen Schuljahr. Insgesamt lernen dann 552.400 Schülerinnen und Schüler (ein Plus von rund 2.900) an den insgesamt gut 1.660 Schulen im Land.

Bei den Lehrkräften gibt es 225 zusätzliche Stellen und rund 940 Neueinstellungen. Damit unterrichten nach Angaben des Bildungsministeriums etwa 45.500 Lehrkräfte an den rheinland-pfälzischen Schulen. 

Nach Angaben der Ministerin sollen alle Planstellen im Laufe des Schuljahres erneut mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden können. Im Grundschulbereich übersteige die Zahl der Absolventinnen und Absolventen sogar die Zahl der verfügbaren Planstellen. Dadurch könne der Pool der Vertretungslehrer schrittweise wieder mit voll ausgebildeten Lehrkräften gefüllt werden.

Mehr Unterstützung für Kinder

Um Kindern bessere Startchancen zu ermöglichen, seien in den Sommerferien erstmals Feriensprachkurse für angehende Erstklässler in RLP angeboten worden. Das Förderprogramm "First Class" werde auf weitere 30 Grundschulen ausgeweitet.

Auch die Familiengrundschulzentren würden weiter finanziert und nach Möglichkeit ausgebaut. Das Startchancen-Programm gehe inzwischen in sein drittes Jahr und werde durch zusätzliche Projekte und Qualifizierungsangebote ergänzt.

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Ganztagsangebote werden ausgebaut

Mit dem schrittweisen Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung erweitert das Land sein Angebot. In diesem Schuljahr bieten nach Angaben des Bildungsministeriums 13 weitere Schulen Ganztagsunterricht und Betreuung an. Damit verfügten rund 1.300 Schulen über Ganztagsangebote. Jedes Kind, das einen Ganztagsplatz nutzen möchte, könne in Rheinland-Pfalz ein entsprechendes Angebot erhalten.

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Mehr Informatik und KI im Unterricht

Im Bereich der digitalen Bildung führen dem Ministerium zufolge 30 weitere Schulen das Pflichtfach Informatik als Pilotprojekt ein. Insgesamt nehmen damit 58 Schulen teil. Mehr als 280 Lehrkräfte werden dafür weiterqualifiziert.

Deutschlehrkräfte der Klassen 5 und 6 sollen künftig einen in Rheinland-Pfalz entwickelten KI-Assistenten nutzen können. Dieser soll sie unter anderem bei der Unterrichtsvorbereitung oder bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernständen unterstützen. Außerdem soll an weiterführenden Schulen eine einheitliche Software eingeführt werden, die die Schulverwaltung erleichtert.

Sport und Berufsbildung im Fokus

Ausgebaut werden soll laut Ministerium auch der Schulsport. In Kaiserslautern und Neustadt soll es neue Schulschwimmzentren geben, also Schwimmbäder, die primär für den schulischen Schwimmunterricht genutzt werden können. Dadurch könnten 62 weitere Klassen der dritten Jahrgangsstufe Schwimmunterricht erhalten.

An elf Berufsfachschulen startet zudem ein Schulversuch für eine dualisierte Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz. Damit sollen zusätzliche Wege in pädagogische Berufe geschaffen und der Fachkräftenachwuchs gestärkt werden.

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