FAQ zur Wohnungssuche

Hohe Mieten und knapper Wohnraum: Das müssen Studierende beachten

Viele Studierende in Baden-Württemberg suchen für den Beginn des kommenden Wintersemesters eine Bleibe. Die Preise sind hoch, die Auswahl knapp - was bei der Suche zu beachten ist.

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Stand

Die Mieten für Studierende in Baden-Württemberg werden immer teurer und der Wohnraum wird immer knapper. Wer für das kommende Wintersemester auf der Suche nach einer Bleibe ist, hat es womöglich schwer. Welche Anlaufstellen helfen können und was es beim Mieten zu beachten gilt, erklären zwei Experten vom Studierendenwerk Ulm und vom Mieterverein Stuttgart.

Noch keine Bleibe: Welche Anlaufstellen und Optionen gibt es?

Die Studierendenwerke dienen als erste Anlaufstelle. Sie sind jeweils für mehrere Universitäten und Hochschulen zuständig und bieten mehrere Möglichkeiten der Wohnungssuche an. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium bietet hierzu eine Übersicht. Die meisten großen Studierendenwerke haben zudem zusätzliche Wohnungssuch-Services im Angebot. Sie verfügen auch über studentische Wohnheime, für die man sich aber anmelden und eventuell auf einen Platz warten muss.

Kirchliche Träger bieten ebenfalls in einigen Städten Wohnraum an, wie beispielsweise die Wohnrauminitiative der Caritas Ulm, die Studierendenwohnheime des Erzbistums Freiburg oder das Angebot studentischen Wohnens der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Krstimir Krizaj, Abteilungsleiter Recht, Wohnen und Soziales vom Studierendenwerk Ulm gibt zudem einen Notfall-Tipp. Wer gar keine Wohnung gefunden habe, könne sich auch ein Monteurzimmer anmieten - auch hierfür gebe es Online-Portale. Die Seiten seien ursprünglich eher für Handwerkerunterkünfte gedacht, haben laut Krizaj mittlerweile aber auch Studierende als potenzielle Kunden entdeckt.

Heidelberg
Ein Zettel mit der Aufschrift "Suche WG". Aufgrund des Wohnungsmangels sind viele Studierende auch noch zu Beginn des Wintersemesters auf der Suche nach einer WG oder Wohnung.

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Wie wohnen Studierende am liebsten?

In manchen Hochschulstädten in Baden-Württemberg sinkt die Beliebtheit von Wohngemeinschaften. Bereits im vergangenen Jahr berichtete das Seezeit Studierendenwerk Bodensee, dass Wohngemeinschaften mittlerweile deutlich weniger beliebt seien als Einzelappartements. Auf SWR-Anfrage bestätigte das Studierendenwerk, dass dieser Trend auch in diesem Jahr anhält. Zudem würden Bewerber, denen als Alternative WG-Zimmer angeboten würden, diese häufig ablehnen.

Auch in Mannheim waren im vergangenen Jahr Einzelapartments mit eigenem Bad und Küche offenbar besonders beliebt. Die Nachfrage nach klassischen WGs ist hingegen in den letzten Jahren auch nach Angaben des Studierendenwerks Mannheim deutlich gesunken.

Wir raten wohnungssuchenden Studierenden sowie Studienbeginnerinnen und Studienbeginnern rund um den Bodensee auf jeden Fall, sich direkt auf ein WG-Zimmer bei Seezeit zu bewerben. Die Chancen stehen gut, dann tatsächlich auch ein Zimmer bei uns zu bekommen.

Am Bodensee sei neben den Wohnanlagen des Studierendenwerks aber auch der private Wohnungsmarkt sehr wichtig. "Gerade in Konstanz ist der aber nach wie vor sehr angespannt und private WG-Zimmer verhältnismäßig teuer", teilte das Seezeit Studierendenwerk dem SWR mit. Man appelliere daher an private Vermieter und Vermieterinnen, ihren Wohnraum bezahlbar an Studierende zu vermieten.

Welche Nachweise dürfen Vermietende von Interessenten verlangen?

"Der Vermieter darf all das verlangen, was für seine Entscheidung in vernünftigem Maß wichtig und notwendig ist", erklärte Ralf Brodda, Geschäftsführer des Mietervereins Stuttgart, gegenüber dem SWR im vergangenen Jahr. Für Vermietende sei es natürlich relevant, ob künftige Mieter und Mieterinnen genug Geld verdienen, um die Miete auch zu bezahlen. Trotzdem dürfe dieser einen Schufa-Nachweis von den Interessenten eigentlich erst fordern, wenn der Mietvertrag schon kurz vor dem Abschluss stehe.

Laut Krstimir Krizaj vom Studierendenwerk Ulm bieten die Studierendenwerke in Baden-Württemberg auch Rechtsberatungen für Studierende an. Er rät dazu, den Mietvertrag vor dem Unterschreiben mit konkreten Fragen an diese Beratungsstellen zu schicken.

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Kaffee oder Tee SWR

Wie hoch darf die Miete maximal sein?

In vielen Städten mit Wohnungsmangel gilt die Mietpreisbremse. "Die Mietpreisbremse bedeutet, bei Neuvermietungen darf die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen", sagt Ralf Brodda. Einen Mietspiegel mit den entsprechenden Daten könne man sich über die Stadt besorgen, etwa auf deren Homepage oder im Bürgerbüro.

Knifflig werde die Sache allerdings bei möblierten Wohnungen. Vermieter dürften hierbei einen "angemessenen Möblierungszuschlag" berechnen, erklärt Brodda. "Da tricksen manche Vermieter dann leider auch und tun so, als ob sie wahnsinnig tolle Möbel in die Wohnung stellen", sagt der Experte. Mietsicherheiten, also Kautionen und Bürgschaften, dürften die Summe von maximal drei Nettomonatsmieten außerdem nicht übersteigen.

Baden-Württemberg
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Welche Besonderheiten gibt es bei Wohngemeinschaften?

Die Mietverhältnisse in Wohngemeinschaften können sich unterscheiden. Eine gängige Variante ist, dass eine Person der Hauptmietende ist und die Zimmer an seine Mitbewohnenden untervermietet. "Hat Vorteile für denjenigen, allerdings auch Nachteile, weil er haftet natürlich auch für seine Untermieter", sagt Brodda.

Eine andere Variante ist, alle Personen der Wohngemeinschaft zu Hauptmietenden zu machen. Sobald der Mietvertrag geschlossen wird, solle hierbei aber darauf geachtet werden, dass mit dem Vermietenden vereinbart wird, dass gegebenenfalls einzelne Mitglieder der WG ausgetauscht werden können. Das sei deshalb wichtig, weil "man ein Mietverhältnis, das man gemeinsam schließt, eigentlich auch nur gemeinsam beenden kann."

Was sind die Pflichten der Mietenden?

Die "Hauptleistungspflicht" von Mietern und Mieterinnen sei es, die Miete zu bezahlen und die Wohnung einigermaßen pfleglich zu behandeln - also sie nicht mutwillig kaputt zu machen. Reparaturen seien Aufgabe des Vermietenden, so Brodda.

Es gebe in manchen Mietverträgen aber auch sogenannte Kleinreparaturklauseln. Dabei würden Mieter und Vermieter vereinbaren, dass die Kosten für eine Reparatur von Ersterem übernommen werden, solange die Kosten eine bestimmte Summe nicht übersteigen. Doch auch hier gehe es nur ums Bezahlen - die Reparatur selbst müsse der Vermieter durchführen, sagt Brodda. 

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Laura Schmittinger
Laura Schmittinger aus der SWR-Aktuell Redaktion
Luca Mader
SWR Aktuell-Redakteur Luca Mader
Patrick Seibert
Bild von SWR Aktuell-Redakteur Patrick Seibert

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