Familienferien, Freizeiten, Förderprogramme

Urlaub in den Sommerferien 2026: Angebote für Familien mit kleinem Budget

Viele Familien können sich keinen Urlaub leisten. Die Nachfrage nach vergünstigten Angeboten ist groß. Hier finden Familien Unterstützung für die Ferienzeit und darüber hinaus.

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Stand

Von Autor/in Marc-Julien Heinsch

Am 30. Juli beginnen wieder die Sommerferien in Baden-Württemberg - und damit für viele Familien die Urlaubszeit. Doch eine Urlaubsreise, erst recht mit Kindern, muss man sich leisten können. Für 18 Prozent der Menschen in Deutschland, die in Haushalten mit zwei Erwachsenen und Kindern leben, war laut Statistischem Bundesamt nach eigener Einschätzung 2025 keine Woche Urlaub drin. Bei Alleinerziehenden galt das sogar für 39 Prozent.

"Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten dürfen Erholung und Urlaub nicht zum Luxus werden", mahnt Christina Borchert, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung (BAG). Die Nachfrage nach ihren Angeboten steige, gleichzeitig nehme aber die Dauer der Aufenthalte ab. Vor der Corona-Pandemie seien zweiwöchige Familienurlaube deutlich häufiger gewesen, nun entschieden sich viele Familien aus finanziellen Gründen für kürzere Aufenthalte.

Urlaub in Familienferienstätten

"Bezahlbare Erholung für die ganze Familie" wollen 81 gemeinnützige BAG-Familienferienstätten deutschlandweit bieten. Den Urlaub dort fördert das Land Baden-Württemberg zwar seit 2005 nicht mehr, ermäßigte Preise gibt es aber auch für Familien aus BW. Ob man berechtigt ist, lässt sich online per "Zuschussrechner" herausfinden. Viele Häuser in Baden-Württemberg seien bereits ausgebucht, für die Sommerferien nur noch Restkapazitäten verfügbar, teilt die BAG Familienerholung mit. Wer deutschlandweit suche, finde aber noch verfügbare Plätze.

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Familienurlaub in der Jugendherberge

In den fast 400 Jugendherbergen in Deutschland kommen nicht nur Schulklassen unter: Von bundesweit rund 8,8 Millionen Übernachtungen in Jungendherbergen entfiel im vergangenen Jahr jede fünfte auf eine Familie. Auch für die anstehenden Sommerferien sei die Nachfrage nach Familienzimmern traditionell hoch, bewege sich aber leicht unter dem Niveau des Vorjahres, so der BW-Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks. In beliebten Ferienregionen seien einzelne Ferienwochen bereits gut gebucht. Besonders nachgefragt seien auch Kompaktangebote mit Unterkunft, Verpflegung und Ferienprogramm für die Kinder. Voraussetzung für eine Buchung ist die Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk. Die kostet für Familien aktuell 27,50 Euro pro Jahr.

Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche

Verschiedene kirchliche und nicht-kirchliche Sozialverbände, aber auch Vereine bieten überall in Baden-Württemberg Ferienfreizeiten und Reisen für Kinder und Jugendliche an. Beim Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Württemberg habe man zuletzt einen Nachfragerückgang beobachtet - vor allem bei teureren Freizeiten. So wachse auch die Zahl der Familien, die auf Zuschüsse angewiesen sei, von Jahr zu Jahr deutlich, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer Hendrik Wulf. Rund ein Drittel der Teilnehmenden sei inzwischen auf Fördermittel angewiesen.

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Landesfamilienpass

Der Landesfamilienpass bietet kostenlosen oder ermäßigten Eintritt für verschiedene Attraktionen und Ausflugsziele im Land. Bei ihrer Kommune beantragen können ihn Familien mit drei oder mehr Kindern, mit einem schwerbehinderten Kind, Alleinerziehende oder Familien, die Sozialleistungen beziehen. Enthalten sind zum Beispiel die Blumeninsel Mainau am Bodensee oder Freizeitparks wie der Europa-Park in Rust (Ortenaukreis). Das BW-Sozialministerium schätzt, dass "zwischen 200.000 und 300.000" Familien den Landesfamilienpass nutzen.

Familienbildungsfreizeiten

Für Familien, "die in ihrem Alltag besonders viel leisten müssten" gibt es in Baden-Württemberg die Familienbildungsfreizeiten und das STÄRKE-Programm. Die bieten zusammengenommen mehr als 30 geförderter Freizeiten für rund 370 Familien. Jede widmet sich speziellen Bedürfnissen, zum Beispiel der psychischen Erkrankung eines Elternteils, dem Umgang mit Trauer oder dem Leben mit ADHS. Die Kosten für die Teilnahme werden aus Mitteln vom Land und von der kommunalen Ebene fast vollständig übernommen.

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Autor/in
Marc-Julien Heinsch
SWR-Redakteur Marc-Julien Heinsch