In Rheinland-Pfalz beginnen die Sommerferien - für viele die schönste Zeit des Jahres. Die einen zieht es weit weg an weiße Strände mit türkisblauem Wasser, andere planen Ausflüge in der Region oder genießen freie Tage zu Hause. Doch zwischen hohen Erwartungen, Urlaubsplanung und Vorbereitungsstress geht die Erholung schnell verloren: Wie kann man die Urlaubszeit so gestalten, dass sie wirklich zur Entspannung wird?
Urlaub ohne Stress: So werden die Ferien wirklich entspannend
Resilienz- und Stressforscher Professor Thomas Rigotti von der Universität Mainz rät, schon bei der Planung den Druck rauszunehmen: Planung kann zwar Vorfreude bedeuten, man sollte jedoch nicht jede Minute durchorganisieren, sondern Entspannung einbauen und die unterschiedlichen Bedürfnisse des Partners oder der Familie berücksichtigen. Wichtig ist, sich von der Vorstellung zu lösen, dass man immer alles gemeinsam erleben muss. Getrennte Aktivitäten können helfen, Konflikte zu vermeiden und allen gerecht zu werden.
Ein weiterer Stressfaktor ist die ständige Erreichbarkeit über das Smartphone. Wer im Urlaub immer wieder Mails checkt, bleibt gedanklich bei der Arbeit und kann schlecht entspannen. Stressforscher Rigotti empfiehlt deshalb: Handy ausschalten und den Kopf mit anderen Aktivitäten wie Sport, Lesen oder Treffen mit Freunden zu beschäftigen. Erholung sollte außerdem nicht nur im großen Jahresurlaub stattfinden, sondern schon im Alltag beginnen - mit regelmäßigen Pausen, Hobbys und freien Wochenenden. Das nimmt den Druck vom "perfekten" Urlaub und sorgt dafür, dass Ferien - ob in der Ferne oder zu Hause - wirklich zur Erholung werden.
Sommerferien 2026: Jugendliche chillen und arbeiten
Wie unterschiedlich Ferien aussehen können, zeigt ein Blick ans Goethe-Gymnasiums in Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis). Die Schülerinnen und Schüler verbringen ihre Sommerferien ganz individuell: Manche bleiben zu Hause, suchen beim Wandern in der Region nach Entspannung und verbringen die freie Zeit vor allem mit Freunden. Andere klappern bereits Uni-Städte ab oder fahren gemeinsam mit der Familie in den Urlaub. Es gibt aber auch einige Schülerinnen und Schüler die in den Ferien arbeiten, um Geld für den Urlaub oder das erste Auto zu verdienen.
Reisen mit Sehbehinderung: So plant Leon seine Ferien
Auch an der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied laufen die Vorbereitungen auf die Sommerferien: Der 19-jährige Leon ist blind und übt mit seiner Lehrerin Natalja Mirau Alltagssituationen wie das Kofferpacken, damit er im Urlaub möglichst selbstständig ist.
Mein Job ist es den Schülern zu zeigen, dass du alles erreichen kannst. Aber bis du das erreichen kannst, musst du vielleicht über sieben Brücken gehen.
Jedes Kleidungsstück bekommt einen festen Platz, damit Leon später alles wiederfindet. Ordnung und Planung sind für ihn besonders wichtig. In den Ferien möchte er auch die Region rund um Koblenz erkunden - sich mit Freunden treffen, ins Freibad gehen oder mit dem Bus in den Westerwald fahren. In seiner vertrauten Umgebung kennt er sich aus und kann sich mit seinem einklappbaren Langstock, auch Blindenstock genannt, an Straßen, Treppen oder an Bahnhöfen orientieren.
Hilfsmittel sorgen für mehr Selbstständigkeit beim Reisen
Mit seiner Familie fährt Leon in den Sommerferien nach Kroatien. Dort verlässt er sich auf seinen Langstock und die Unterstützung seiner Familie: "Da werde ich tatsächlich von einem Sehenden begleitet. Ich werde also von einem anderen geführt und mit der anderen Hand führe ich dann halt den Stock." Auch sein Smartphone ist ein wichtiges Hilfsmittel: Die Sprachausgabe liest ihm alles vor, vom PIN‑Code bis zum Suchergebnis - so konnte er schon vorher genau recherchieren, welche Restaurants für den Kroatienurlaub in Frage kommen. Mit einer speziellen App ("Be My Eyes App") kann er sich außerdem Speisekarten vorlesen lassen oder erkennen welche Sorte auf der Eisverpackung steht. Mit solchen Hilfsmitteln und guter Planung kann Leon seinen Sommer - ob zu Hause oder in Kroatien - möglichst unabhängig genießen.