Die Bauarbeiten am Blaubeurer Tor und der Abriss der Wallstraßenbrücke schreiten voran. Seit Montag gibt es wieder eine neue Verkehrsführung. Vorher ähnelte der Ring einer "Cartoffel" und wurde von den Planern auch so genannt. Nun erinnert die Verkehrsführungen an einen Spatzen. Passt in Ulm doch ganz gut. Und eine ganz neue Besonderheit: Ampeln vor der Einfahrt in den Ring.
Verkehr am Blaubeurer Ring wird neu geregelt
Kernstück der Umgestaltung sind drei neue Ampeln an den Einfahrten des Rings. Diese werden mit einem speziellen Programm gesteuert, das auf das aktuelle Verkehrsaufkommen reagieren kann. Wenn es sich zum Beispiel auf der Ludwig-Erhard-Brücke staut, können die Ampelschaltungen flexibel angepasst werden, so die Ulmer Verkehrsbehörde. Im Laufe des Sommers könnten demnach auch immer wieder kleinere Änderungen dazukommen.
Ebenfalls neu ist ein alter Bekannter. Ein Bypass ermöglicht es Verkehrsteilnehmern, die von der Blaubeurer Straße direkt in Richtung Neu-Ulm fahren möchten, den Ring komplett zu umgehen. Der Bypass ist seit Montag eingerichtet, so einen hatte es auch schon vor der Großbaustelle gegeben.
Auch die Fahrspuren werden neu geregelt: Wer von der Ulmer Innenstadt über die Ludwig-Erhard-Brücke nach Neu-Ulm möchte, soll künftig ausschließlich die linke Spur nutzen. Ein "Im-Kreis-Fahren" über die rechte Spur ist nicht mehr möglich.
Historisches Blaubeurer Tor wird mit Schutzfolie eingewickelt und dann freigelegt
Das Vorhaben, das Blaubeurer Tor freizulegen, läuft unterdessen auf Hochtouren. Am 27. Mai wurde die Wallstraßenbrücke über dem Tor um 80 Zentimeter angehoben.
Grund dafür: Seit Montag wird das Tor mit einer Schutzkonstruktion versehen, um es vor möglichen Schäden während des Brückenrückbaus zu bewahren. Dabei handelt es sich um ein Gerüst mit Holzlatten, das teilweise mit Folie abgedeckt wird. In den kommenden Tagen soll dann diese Folie das Tor Richtung Innenstadt "umhüllen".
Nach rund 60 Jahren wird der schöne historische Bau von seinem grauen Betondeckel befreit. Der Rückbau der Brücke direkt über dem Blaubeurer Tor ist für die Woche ab dem 22. Juni geplant. Dabei werden die Brückensegmente nicht nur quer, sondern auch in Längsrichtung geschnitten und anschließend ausgehoben. Insgesamt soll dieser Rückbau eine Woche dauern. Danach werden noch die äußeren Brückenbereiche abgebrochen. Für den Rückbau muss ab 15. Juni ein neuer Kran aufgebaut werden. Er hat eine Traglast von schlappen 750 Tonnen. Gegen den 1.100-Tonnen-Monster-Kran, der zuletzt bei der Wallstraßenbrücke verwendet wurde, ist er also nur ein dicker Zwerg.