Landkreise und Betreiber zahlen drauf

Verlustgeschäft Altkleider: Immer mehr Container im Alb-Donau-Kreis und Ostalbkreis verschwinden

Die Verwertung von Altkleidern lohnt sich immer weniger. Regionale Textilunternehmen wie Redtex aus dem Ostalbkreis und Glaeser aus Ulm fahren ihre Kleidersammlungen massiv zurück. Das sind die Gründe.

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Von Autor/in Willi Glück

Die Verwertung von Altkleidern und Textilien wird zunehmend zum Problem. Textilunternehmen wie Redtex aus Göggingen im Ostalbkreis und Glaeser aus Ulm sowie gemeinnützige Organisationen wie die "Aktion Hoffnung" bauen immer mehr Container ab, Landkreise und Betreiber zahlen mittlerweile drauf.

Warum wachsen die Kleiderberge - und was bedeutet das für die Entsorger?

Anton Vaas, Vorstand der kirchlichen Hilfsorganisation "Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V.", erklärt: "Viele Kleidungsstücke stammen aus Fast-Fashion-Produktionen und sind so schlecht verarbeitet, dass sie weder verkauft noch recycelt werden können." Landen diese Textilien in den Altkleidercontainern, müssen die Betreiber sie auf eigene Kosten entsorgen.

Auch Hausmüll in den Containern wird zum Problem. "Die Kosten für die Entsorgung von Müll in den Containern übersteigen oft die Einnahmen", so die Textilunternehmen. Zudem sei der Altkleidermarkt in Exportländern, zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent, eingebrochen, da chinesische Neuware billiger ist als die Altkleider aus Deutschland, heißt es aus dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis.

Viele Kleidungsstücke stammen aus Fast-Fashion-Produktionen und sind so schlecht verarbeitet, dass sie weder verkauft noch recycelt werden können.

Mit diesen negativen Auswirkungen sehen sich Textilunternehmen wie Redtex, Glaeser aber auch gemeinnützige Organisationen wie die "Aktion Hoffnung" konfrontiert und müssen als Konsequenz die Anzahl ihrer privaten Sammelcontainer reduzieren. Die Firma Redtex betreibt inzwischen nur noch vier der ehemals 50 Sammelstellen. Die "Aktion Hoffnung" baut im Alb-Donau-Kreis ihre Container komplett ab.

Problem: Mehr alte Kleidung - aber immer weniger Container

Während die Zahl der privaten Altkleidercontainer sinkt, gibt es immer mehr alte Kleidung. Die Abfallwirtschaft Alb-Donau-Kreis hat darauf reagiert und die Anzahl ihrer Container auf Wertstoffhöfen von 60 auf 125 erhöht, berichtet ein Sprecher dem SWR. Im Jahr 2024 wurden etwa 100 Tonnen Alttextilien gesammelt, 2025 waren es bereits rund 200 Tonnen.

Auch im Ostalbkreis stehen die Container auf den Wertstoffhöfen. Um Fehleinwürfe und Vermüllung zu vermeiden, so eine Sprecherin des Landkreises. Dass immer mehr private Container verschwinden, habe zur Folge, dass auch im Ostalbkreis auf den Wertstoffhöfen mehr Alttextilien abgegeben werden, so eine Sprecherin des Landkreises.

Bis Mitte 2025 konnte mit der Verwertung von Altkleidern noch ein kleiner Gewinn erzielt werden. Doch durch das Überangebot an Altkleidern, die gesunkene Nachfrage in Exportländern und die mangelnde Qualität muss zumindest der Alb-Donau-Kreis inzwischen für die Entsorgung von Alttextilien draufzahlen. Laut einer Sprecherin entstehen Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich.

EU-Regel: Wie müssen Textilien seit 2025 entsorgt werden?

Seit Januar 2025 sind die öffentlichen Entsorgungsträger für die Sammlung und Verwertung von Alttextilien zuständig. Diese Änderung geht auf eine EU-Richtlinie zurück, die die Kreislaufwirtschaft stärken soll. Zudem dürfen Textilabfälle eigentlich nicht mehr im Restmüll entsorgt werden - egal ob intakt oder zerschlissen. Sie müssen getrennt gesammelt werden.

Laut Bundesumweltministerium hat diese neue Richtlinie aber keine Auswirkung auf die Praxis: Kaputte oder stark verdreckte Kleidung muss weiterhin im Restmüll entsorgt werden, sofern keine Infrastruktur besteht, die eine getrennte Sammlung von intakten und kaputten Textilien vorsieht.

Hier gibt es mehr Informationen und Hintergründe über die EU-Richtlinie, die seit Januar 2025 gilt:

Tipps: Was kann man mit Altkleidern und Textilien machen?

Saubere und intakte Kleidung kann in die verbliebenen Altkleidercontainer gegeben oder an Secondhand-Läden gespendet werden. Auch andere Modeunternehmen wie H&M, Zara oder C&A nehmen aussortierte Kleidung zurück. Für kaputte Kleidung gibt es Alternativen: Alte Textilien lassen sich beispielsweise zu Putzlappen umfunktionieren.

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SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

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Autor/in
Willi Glück
Porträt von Willi Max Glück

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