Wertpapiere werden von der Börse genommen

VARTA Ellwangen: Kapitalschnitt auf null - Aktien wertlos

Die Kleinaktionäre des Ellwanger Batterieherstellers VARTA sind nun endgültig aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der Kapitalschnitt sei seit Dienstag wirksam, teilte VARTA mit.

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VARTA gehört nun zwei Großaktionären: dem österreichischen Unternehmer Michael Tojner und dem Sportwagenbauer Porsche. Im Zuge der Sanierung des angeschlagenen Batterieherstellers seien die Kleinaktionäre aus dem Unternehmen ausgeschieden - ohne Entschädigung. Wie das Unternehmen mitteilte, sei die Zulassung der Aktien zum Handel an der Frankfurter Börse erloschen.

Durch den so genannten Kapitalschnitt auf Null und zugleich eine Finanzspritze der zwei Investoren Tojner und Porsche versucht VARTA, wieder auf die Füße zu kommen. Das Unternehmen war in Schieflage geraten und hatte Mitte 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem STaRUG angemeldet. Dieses ermöglicht es, die Interessen der Anlager auszuhebeln.

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Die Kleinaktionäre wehren sich seit Bekanntwerden der Pläne gegen das Vorgehen des Unternehmens. Bis jetzt erfolglos. Zwei Klagen vor dem Amtsgericht Stuttgart und dem Landgericht Stuttgart scheiterten. Auch eine Verfassungsbeschwerde scheiterte. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerde von 19 Anlegern nicht zur Entscheidung an. Eine weitere Beschwerden in der Sache liegt dem Gericht derzeit noch vor, darüber wurde noch nicht entschieden.

Die beiden neuen Anteilseigner investieren jeweils 30 Millionen Euro in den Ellwanger Batteriehersteller. Ihnen sollen jeweils 50 Prozent der Anteile gehören. Die neuen Aktien sollen bald ausgegeben werden - nur an Porsche und Tojner. Ob ein weiterer Investor einsteigt, werde noch sondiert.

Die Produktion von Knopfzellen beim Batteriehersteller VARTA in Ellwangen.
Die Produktion von Knopfzellen beim Batteriehersteller VARTA in Ellwangen.

Die nun vom Markt genommenen VARTA-Aktien hatten zuletzt einen Wert von 1,21 Euro. Das Unternehmen hatte die Wertpapiere 2017 an die Börse gebracht, zunächst erfolgreich. Doch das Unternehmen geriet in die Krise. Als Gründe wurde die stark schwankende Nachfrage nach Knopfzellen genannt. Doch auch Managementfehler stehen im Raum.

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Autor/in
SWR