Ermittler finden zahlreiche Speichermedien

Kindesmissbrauch per Livestream: Mann aus Ostwürttemberg in Haft

Ein Mann aus Ostwürttemberg soll schwere sexuelle Gewalt an Kindern auf den Philippinen per Livestream verfolgt und gesteuert haben. Ermittler fanden bei ihm zahlreiche Speichermedien.

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Von Autor/in Rainer Schlenz

Ein 45-jähriger Mann aus der Region Ostwürttemberg soll schweren Missbrauch von auf den Philippinen lebenden Kindern in Auftrag gegeben haben. Für die Ausführung der Gewalttaten soll er Anweisungen gegeben und den Missbrauch im Livestream verfolgt haben.

Der Verdächtige sei festgenommen worden und befinde sich in Untersuchungshaft, teilte das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg in Karlsruhe am Mittwoch mit. Spezialkräfte der Polizei hatten zuvor seine Wohnung durchsucht und dabei mehrere Speichermedien wie Handy und Laptop sichergestellt. Die Geräte würden nun ausgewertet, hieß es weiter.

Der Tatverdächtige befindet sich auf der Grundlage eines vom Cybercrime-Zentrum erwirkten Haftbefehls in Untersuchungshaft.
Der Tatverdächtige befindet sich auf der Grundlage eines vom Cybercrime-Zentrum erwirkten Haftbefehls in Untersuchungshaft. Picture Alliance

Wie viel Geld der Mann für die von ihm beauftragten und bezahlten Livestreams zwischen 2018 und 2023 ausgegeben hatte, wollte das Cybercrime-Zentrum nicht kommentieren. Auch weitere Details zum Verdächtigen wurden nicht mitgeteilt. Er sei nach bisherigem Kenntnisstand zuvor nicht im Visier der Behörden gewesen.

Netzwerk auf den Philippinen zerschlagen

Die Ermittler waren dem Mann auf die Schliche gekommen, nachdem philippinische Behörden ein pädokriminelles Netzwerk zerschlagen hatten: Dortige Beschuldigte hatten Live-Übertragungen von schwerer sexueller Gewalt an Kindern gegen Bezahlung angeboten. Die betroffenen fünf Kinder im Alter zwischen zwei und 13 Jahren wurden in Obhut genommen.

Ein Ermittler auf den Philippinen erklärt die Verbreitung von Cybercrime. Der Festnahme eines Mannes in Ostwürttemberg war die Zerschlagung eines internationalen pädokriminellen Netzwerks durch die dortigen Strafverfolgungsbehörden vorausgegangen. (Symbolbild)
Ein Ermittler auf den Philippinen erklärt die Verbreitung von Cybercrime. Der Festnahme eines Mannes in Ostwürttemberg war die Zerschlagung eines internationalen pädokriminellen Netzwerks durch die dortigen Strafverfolgungsbehörden vorausgegangen. (Symbolbild) Picture Alliance

Den Angaben zufolge sind die Taten dem sogenannten Live Distance Child Abuse zuzurechnen. Darunter versteht man die Live-Übertragung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gegen Geld.

Die Auftraggeber verfolgen dabei die sexuelle Gewalt an den Opfern per Webcam und können auch Anweisungen geben, was genau die Minderjährigen vor laufender Kamera tun müssen beziehungsweise ihnen angetan wird. Die Aktionen reichen vom Posieren vor der Kamera bis hin zu sadistischen Übergriffen und Missbrauch der Opfer durch Dritte.

Kindesmissbrauch per Livestream auch im Alb-Donau-Kreis und dem Ostalbkreis

Einen ähnlichen Fall von Kindesmissbrauch per Livestream gab es im vergangenen Jahr im Alb-Donau-Kreis. Dort wurde ein Mann wegen desselben Verdachts festgenommen und im April dieses Jahres am Landgericht Ulm zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Im Februar 2025 wurde ein 60-Jähriger aus dem Ostalbkreis festgenommen. Ihm wird ebenfalls vorgeworfen, live im Internet dabei zugesehen zu haben, wie Kinder auf den Philippinen missbraucht werden. Auch er soll dabei selbst Anweisungen gegeben haben.

Ulm

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Alb-Donau-Kreis

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Ein 56-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis ist wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch angeklagt. Er soll den Missbrauch via Internet auf den Philippinen beauftragt haben.

Aalen

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Ein Mann aus dem Ostalbkreis soll im Internet zugesehen und Anweisungen gegeben haben, wie Kinder in Asien sexuell missbraucht werden. In der Nacht auf Freitag hat ihn die Polizei festgenommen.

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