Leuchtende Augen im kleinen Sitzungssaal: Beim Pressegespräch zur Halbzeit der Landesgartenschau zeigen sich alle hochzufrieden: Oberbürgermeister, Geschäftsführung - und auch Staatssekretärin Sarah Schweizer (CDU) vom Landwirtschaftsministerium in Stuttgart nennt die Schau eine "Erfolgsgeschichte".
Deutschlandweit erfolgreichste Gartenschau in diesem Jahr
Mit bisher rund 565.000 Besucherinnen und Besuchern hat die Ellwanger Landesgartenschau die Erwartungen der Verantwortlichen übertroffen. Dazu tragen die exakt 39.054 Dauerkartenbesitzer zu einem guten Teil bei, sagt LGS-Geschäftsführer Stefan Powolny und fügt hinzu: "Damit ist sie die deutschlandweit erfolgreichste Gartenschau in diesem Jahr".
Von den Tagesbesucherinnen und -besuchern sind laut Geschäftsführung viele aus Bayern gekommen, aber auch aus Österreich und der Schweiz.
Mehr als eine Blumenschau - Gefängniszelle als Highlight
Eine LGS ist heute weit mehr als als eine Blumenschau, betonen die Verantwortlichen in ihrer Halbzeitbilanz - und verweisen auf die vielen gut besuchten Veranstaltungen. Zu den Highlights zählen die ABBA- und die Queen-Tribute-Show, die jeweils zwischen 17.000 und 20.000 Besucher vor die Showbühnen gelockt haben.
Als Publikumsmagnet habe sich laut Geschäftsführung aber auch die "Woche der Justiz" herausgestellt, in denen sich Ellwangen als Gerichtsstadt mit seinem Landgericht präsentiert hat. Auf der Bühne durften sich Schüler als Richter, Staatsanwälte und Verteidiger ausprobieren, und vor allem bei Kindern sei eine Besichtigung der Muster-Gefängniszelle ein Muss gewesen.
Oberbürgermeister Dambacher: Gefühl der Glückseligkeit
Michael Dambacher ist üblicherweise nicht als übertrieben überschwänglicher Mensch bekannt. Doch beim Thema "Landesgartenschau" wird der Ellwanger Oberbürgermeister emotional. Die Schau macht etwas mit den Ellwangern, hat er in den vergangenen drei Monaten beobachtet. Sie habe die Menschen verwandelt. Seit der Eröffnung befinden sie sich in einer Art "gemeinsamen Urlaub". Dambacher selbst hat ein "Gefühl der Glückseligkeit" erfahren. Worte, die man bei Lokalpolitikern eher selten hört.
Ein Wermutstropfen: Hitze und Trockenheit
Auch wenn der OB und die Geschäftsführung der Landesgartenschau mit den Besucherzahlen sehr zufrieden sind - an einigen Tagen war das Gelände an der Jagst wie leer gefegt. An den Hitzetagen im Mai und im Juni kam gerade mal ein Drittel im Vergleich zu "normalen" Tagen - manchmal sogar nur ein Viertel.
Der Kampf gegen Hitze und Trockenheit war die größte Herausforderung des Gartenschau-Teams. Die Umpflanzung vom Frühlings- auf den Sommerflor ging bei rund 35 Grad über die Bühne. Für die Pflanzen ein extremer Stress, berichtet Geschäftsführer Nils Degen.
Grundsätzlich hat das Gartenschau-Gelände die bisherigen Hitzewellen gut verkraftet. Die auf dem gesamten Areal installierten Wasseranschlüsse haben sich Degen zufolge bewährt. Die Picknickflächen in den Parkanlagen sind trotz Gluthitze grün geblieben.
Die Besucherinnen und Besucher, die der Hitze getrotzt hatten, haben sich teils schattige Plätzchen gesucht, am Wasserspielplatz erfrischt - etliche haben sogar in der Jagst geplanscht, hat Geschäftsführer Stefan Powolny beobachtet.
Für mögliche künftige Hitzewellen bietet das LGS-Marketing noch einen zusätzlichen Schattenspender an: Einen Sonnenschirm im Gartenschau-Design.
Helge Schneider kommt
Klar, dass das LGS-Team zur Halbzeit sein Pulver noch nicht verschossen hat. Im August und September hat das Programm noch weitere Höhepunkte in petto, darunter den Wortakrobaten Willy Astor, den Comedian und Jazzmusiker Helge Schneider - und die Live-Show SWR 1 Pop & Poesie in Concert kommt auch auf die Ellwanger Gartenschau. Am 6. September.