Endlich mal ein "Sieger aus Bayern"!
Baustellen können Traditionen über den Haufen werfen: So geht das Fischerstechen erstmals in der Ulmer Geschichte ganz kurz vor Schwörmontag über die Bühne. Ein Start zum üblichen Termin, also eine Woche vor dem Stadtfeiertag, war wegen der Baustelle an der Gänstorbrücke nicht möglich. Denn der Wasserpegel der Donau ist derzeit aufgrund der Arbeiten dort abgesenkt.
Pegel der Donau extra für Schwörwoche aufgestaut
Für Fischerstechen, Lichterserenade und Nabada ist die Donau aber extra aufgestaut worden. Ein zu flacher Pegel wäre zu gefährlich für alle Beteiligten.
Das Schwörwochenende auf dem Bildschirm - in unserem Liveblog:
Schwörwochenende und Schwörmontag 2025 Liveblog zum Nachlesen: Das war das Schwörwochenende 2025
Vom 18. bis zum 21. Juli findet in Ulm das traditionsreiche Schwörwochenende mit vielen Highlights statt. Erfahre hier alles zum Programm und Geschehen vor Ort.
Erste Ulmer Fischerstechen bereits im Mittelalter
Das Fischerstechen ist ein Turnier auf dem Wasser mit uralter Tradition. Der Ulmer Schifferverein hält das Zepter für den Zunftbrauch in der Hand. Gestochen oder eigentlich vielmehr gestoßen wird mit sogenannten "Speeren". Sie sind 2,80 Meter lang.
Einfache Regeln: Wer auf der Donau nicht trocken bleibt, ist "nass" und damit raus
Und so geht's: Die beiden Wettkampf-Zillen stoßen sich jeweils vom Ulmer und Neu-Ulmer Ufer der Donau ab. Drei Fahrer lenken die Boote. Der Stecher steht auf dem Heck. Begegnen sich die Zillen, wird's spannend: Sie heben die Speere an und zielen mit dem ledergepolsterten Knauf an der Spitze auf die Brust des Kontrahenten.
Verloren hat, wer nass ist - Gewinner steht am Sonntag fest
Wer ins Wasser fällt, hat verloren. Wer mogelt oder kneift, auch: Wer ins Boot tritt, gilt laut Schifferzunft ebenso als "nass". Bleiben beide trocken, ist die Runde unentschieden. Am zweiten Turniertag stoßen beide Tagessieger aufeinander. Dann steht als Gesamtsieger fest: der mit der besten Standfestigkeit. Ein Finalist steht seit Freitagabend fest: Der "König von Bayern".
Im Finale siegt, wer öfter trocken bleibt als sein Gegner.
Ulmer Spatz und Schneider von Ulm "stechen" sich aus
Manch altvertrauter Bekannter aus der Ulmer Stadtgeschichte dürfte den Zuschauern über den Weg beziehungsweise den Fluss schippern. Das macht das Stechen für die Zuschauer seit jeher besonders amüsant und spannend. Die Stecher sind historische Ulmer Figuren.
Drei Kategorien von kostümierten Stechern wollen den Gesamtsieg
Dabei unterscheidet der Schifferverein drei Kategorien:
- das sogenannte "Stammpersonal" (Weißfischer, Narren und Bauernpaar)
- historische Kontrahenten aus Ulms Geschichte (Staufer Friedrich und Welfe Heinrich, der Stolze)
- lokale Ulmer Originale (wie etwa der Schneider von Ulm und Ulmer Spatz)
Überraschungspaar blieb bis zuletzt geheim: Basketballer pritscht Fußballer ins Wasser
Orange gegen Weiß: Das Duell der Ballsportarten war am Freitagabend das Überraschungs-Kontrahentenpaar. Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen hatten im Rahmen eines Kreativwettbewerbs Ideen für Kostüme entworfen. Bis zu ihrer Performance auf der Donau blieb geheim, welche Figuren es auf die Donau schafften.
Je 15.000 Zuschauer an beiden Turniertagen des Fischerstechens
Geheimtipp für Besucher, die nicht lange stehen wollen oder können: Die Tribünen des Fischerstechens bleiben für die nachfolgenden Veranstaltungen stehen. Wer also früh genug kommt, kann es auch bei der Lichterserenade am Samstagabend oder beim Nabada am Schwörmontag bequem haben.
Karten fürs Fischerstechen noch an der Tageskasse
Der Vorverkauf ist laut Mitteilung der Stadt Ulm beendet. Für Sonntag gibt es aber noch Tribünen- und Stehplatzkarten an der Tageskasse.
Siegerpokal bleibt für vier Jahre beim Gesamtsieger
Wer beide Turniertage für sich entschieden hat, oder aus dem Finale als Sieger hervorging, ist Gesamtsieger und bekommt einen Siegerpokal aus den Händen von OB Martin Ansbacher überreicht. Den darf er bis zum voraussichtlich nächsten Fischerstechen 2029 behalten.