Noah und Liam aus Hüttlingen-Niederalfingen im Ostalbkreis sammeln Kronkorken für einen guten Zweck. Jetzt haben sie das Ergebnis aus zwei Jahren Sammel-Leidenschaft abgeliefert.
Einmal im Monat setzen sich Noah (14) und Liam (13) aufs Fahrrad. Noah hängt sich zuvor noch seinen ziemlich klapprigen Anhänger ans Rad. Dann geht es los - dann sammeln die beiden ziemlich besten Freunde ziemlich viele Kronkorken.
Zwei Jungs, ein Anhänger und viele Kronkorken
Seit vier Jahren sind die beiden regelmäßig in Niederalfingen unterwegs. Sie wissen in ihrem 500-Seelen-Dorf schon ganz genau, wo ihre besten "Kunden" wohnen. Am Haus von Sybille Motz halten sie regelmäßig an. Sie ist ganz gerührt, wenn sie den Kronkorken-Kids hinterher schaut. "Ich könnte fast weinen" sagt sie im Gespräch mit dem SWR. Und weiter: "Ich finde es absolut super! Endlich mal welche, die nicht nur Quatsch machen in dem Alter."
Ich finde es absolut super! Endlich mal welche, die nicht nur Quatsch machen in dem Alter.
Auch Luise Dolansky hat die beiden jungen Sammler längst in ihr Herz geschlossen. Sie hat ein paar Dutzend Kronkorken in einem Schälchen vors Haus gestellt. "Ich finde es sehr schön, wenn solche Schulbuben das machen. Sie fahren sogar oft, wenn es regnet", erzählt sie.
Noah und Liam sammeln, um zu helfen
Für Noah und Liam ist klar, warum sie das machen. "Weil es uns Spaß macht", sagt Noah. Liam meint: "Es bringt uns Freude, Menschen zu helfen und sie glücklich zu machen." Kronkorkensammeln ist dabei in Niederalfingen aber kein Zuckerschlecken. Hoch und runter geht es in dem Dorf auf der Ostalb. Dann müssen Noah und Liam ihren vollen Anhänger schon mal abladen, um ihn den Berg hinaufzuschieben. Im Haus von Noah Hägeles Eltern werden die Kronkorken dann in einem Abstellraum gelagert. Dort stapeln sich die Kartons bis unter die Decke.
Süßes oder Flüssiges für die Kronkorken Kids
Immer mal wieder werden die beiden Jungs während ihrer Sammel-Tour auch belohnt. Vor dem einen oder anderen Haus liegt schon mal eine Tüte Gummibärchen neben den gesammelten Kronkorken. Bei Klaus Rieger klingeln Noah und Liam immer, wenn sie unterwegs sind. Rieger bittet die beiden dann in den kühlen Garten und serviert Kaltgetränke. Für Klaus Rieger ist das selbstverständlich: "Die beiden arbeiten doch, dann müssen sie auch was trinken", erzählt er, während er mit ihnen anstößt.
Auch auf der Burg Niederalfingen gibt es Kronkorken
Frisch gestärkt machen sich Noah und Liam auf den Weg zur Niederalfinger Burg. Dort befindet sich das Restaurant von Martin Fürst. Das ist ein echter Geheimtipp für Kronkorken-Sammler. Zwei volle Eimer trägt ihnen der Wirt entgegen. "Toll, dass ihr euch engagiert und so was macht", sagt er. Das gesamte Restaurant-Team kennt die beiden Kronkorken-Kids. Alle helfen bei der Sammelaktion gerne mit.
Ablieferung der Kronkorken ist ein Festtag
Glücklich machen Kronkorken andere Menschen jedoch erst, wenn sie zu Geld gemacht werden. Heute ist der große Tag. In zwei Anhänger haben Liam und Noah ihre gesammelten Kronkorken gepackt. Die halbe Verwandschaft hat beim Aufladen geholfen. Es geht zum Recycling-Unternehmen Scholz nach Essingen.
Dort werden die Kronkorken mit einem XXL-Magneten abgeladen. Wenn er sich über die Anhänger bewegt, fliegen tausende Kronkorken wie ferngesteuert durch die Luft. Und schnell geht das auch: Die Kronkorken, die über zwei Jahre gesammelt wurden, sind in zehn Minuten abgeladen. Insgesamt ist es weit mehr als eine Tonne - mehr als 600.000 Kronkorken. Mit dem Schrott-Wert der kleinen Deckel und weiteren Geldspenden haben Noah und Liam mehr als 2.000 Euro zusammen bekommen. Und schon beim Abladen sind sich beide sicher, dass die nächste Kronkorken-Jagd bald beginnt.
Kronkorken für soziale Projekte
Bei ihrer ersten Sammelaktion vor zwei Jahren hatten die beiden Jungs eine Klinik unterstützt. Jetzt fließt das Geld in eine bayerische Stiftung, die sich mit dem plötzlichen Herztod junger Menschen befasst.
Wenn Noah und Liam durch Niederalfingen radeln und Kronkorken einsammeln, werden sie immer wieder von kleinen Kindern auf dem Fahrrad begleitet. Vielleicht übt hier schon die nächste Generation der Kronkorken-Kids.