Computertomographen (kurz: CT) für Tiere sind vergleichsweise selten, erst recht auf dem Land. Ausnahme: Schelklingen im Alb-Donau-Kreis. In dem Städtchen hat der Tierarzt Jochen Kay eine Viertelmillion Euro in einen CT investiert. Seitdem kommen in Schelklingen Katz‘ und Hund in die Röhre.
Das ist einfach viel viel genauer – und 3D. Und das hat den Vorteil, dass ich von allen Seiten einen Knochen anschauen kann. Und so viel schneller zu einer Diagnose komme.
Tommy, ein 14 Jahre alter Westhighland-Terrier, liegt verschnürt auf einer Schiene. Über einen Schlauch werden seine Vitalwerte gemessen. Um seine Schnauze ist vorsichtig ein Verband gewickelt, sein Kopf ist fixiert.
An den Anblick muss man sich ein bisschen gewöhnen, aber keine Sorge: Tommy ist betäubt. In den letzten Wochen hat der Hund ziemlich abgenommen und abgebaut: "Und dann seit drei Wochen knickt er mit dem hinteren linken Bein immer um. Und dann bin ich eigentlich gleich hergekommen", erzählt die Besitzerin Anja Max.
Ob’s was Schlimmes ist oder harmlos, das soll das CT zeigen. Die sichere Diagnose ist der Hundebesitzerin mehrere hundert Euro Wert. Und das sehen offenbar viele so, Tierärzte wie Tierbesitzer und -besitzerinnen. Das Tier-CT ist ein gefragter Ort – trotz oder gerade wegen der ländlichen Lage.
Computertomograph für Tiere in Schelklingen - manchmal kommt's auf die Zeit an
"Im Notfall hat man oft die Zeit nicht, bis nach Stuttgart oder weiß Gott wo hinzufahren", sagt der Tierarzt Jochen Kay. "Wenn so ein Hund einen Autounfall hatte zum Beispiel, dann ist es schon entscheidend, dass man sehr schnell einen Überblick bekommt. Und da ist es einfach ein Zeitfaktor."
Bei Tommy spielt der Zeitfaktor keine so große Rolle. Aber der Hunde-Senior könnte einen Tumor im Kopf haben. Und das kann der Tierarzt mit dem CT am besten feststellen.
Die rotierende Röhre macht 700 Aufnahmen pro Umdrehung. Es gibt viel mehr Ansichten als beim Röntgen. "Das ist einfach viel, viel genauer – und 3D", schwärmt Jochen Kay. "Und das hat den Vorteil, dass ich von allen Seiten einen Knochen anschauen kann. Und so viel schneller zu einer Diagnose komme." Und die lautet in diesem Fall: Tommy hat Glück gehabt.
Jochen Kay hat sich den Schädel des Hundes und den Rumpf von allen Seiten angeschaut. Geht ganz einfach mit ein paar Mausklicks. "Wir haben jetzt Gott sei Dank keinen Hirntumor gefunden", so Kay. "Und wir können versuchen, mit Physiotherapie und speziellem Muskelaufbau das Leben von dem Hund vollends erträglich zu machen."
Tommy hat’s überstanden. Und Anja Max auch: "Ich freu mich natürlich, dass man ihn behandeln kann. Dass er noch längere Zeit hat." Und so ziehen Frauchen und Hund erleichtert von dannen.