In Heidenheim sind in Schwerpunktaktionen im gesamten Stadtgebiet 42 illegale Spielautomaten beschlagnahmt worden. Die Geräte standen nach Mitteilung der Stadt nicht in offiziellen Spielhallen, sondern in Gaststätten und Shisha-Bars. Die Stadt spricht von einem bedeutenden Ermittlungserfolg im Kampf gegen illegales Glücksspiel.
Manipulierte Spielautomaten ohne Spielerschutz
Laut einem Experten bei der Verwaltung in Heidenheim sind in legalen Geräten Gewinne oder Verluste auf 400 Euro begrenzt. Der Spielerschutz sei gesetzlich geregelt. Vor neun Jahren wurden diese Regeln für Glücksspiel noch strenger. Die Szene sei danach zunehmend in die Illegalität ausgewichen.
Im illegalen Milieu sei der Schutz der Glücksspielenden komplett ausgehebelt, so der Experte. Manipulierte Geräte ermöglichten extrem hohe Verluste, es ließen sich innerhalb kurzer Zeit hohe Summen verspielen. Illegale Automaten suggerieren zudem Gewinne von bis zu 400.000 Euro, die aber nie ausgezahlt werden können, hieß es weiter. Viele Geräte seien Selbstbauten ohne TÜV-Prüfung oder technische Siegel.
Spielautomaten können ausgelesen und zurückverfolgt werden
Kontrollen im Bereich illegales Glücksspiel sind laut Stadt außerdem eng mit anderen Delikten verknüpft. Häufig gehe es auch um Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Geldwäsche. Bevor die Automaten vernichtet werden, lesen Fachleute sie aus. Jede Maschine besitze eine Seriennummer oder IP-Adresse. Darüber lasse sich nachvollziehen, wann der Automat aufgestellt wurde, wer ihn installiert hat und woher er stammt. Anschließend werden die Automaten unbrauchbar gemacht und die Platinen zerstört.