Im Skatepark Kilchberg sind Jung und Alt auf den Boards. Skaten ist nur was für junge Leute oder lässige Hipster? Von wegen! Skaten kann jeder lernen, meint Skate-Lehrer Adonias de Melo, der von den anderen Skatern nur "Ado" genannt wird, findet auch, dass niemand zu alt ist, um mit Skaten anzufangen.
Im Skatepark werden Kurse für erwachsene Anfänger angeboten.
Beim Skatekurs in Tübingen: Ab und zu landet einer auf dem Po
Skateboard-Rollen rattern über den Asphalt. Im Skatepark im Tübinger Teilort Kilchberg fahren Schülerinnen und Schüler eines Skate-Kurses kreuz und quer durch den Park. Hier und da wird eine Rampe mitgenommen, ab und zu landet einer der Anfänger auf dem Po. Die Anfängerinnen und Anfänger sind alle schon erwachsen - für sie kein Grund, nicht mit dem Skaten anzufangen.
Skaten lernen: Wie die Kinder so die Eltern
Eine der Schülerinnen ist Anja Holz. Sie ist 38 Jahre alt und hat das Skaten angefangen, damit sie mit ihrem Sohn mithalten kann. Innerhalb ihrer ersten Stunde hat sie gelernt, die Balance auf dem Skateboard zu halten, sicher zu fahren, Kurven zu machen und dann sogar eine Rampe runter zu fahren. Da musste sie sich natürlich erstmal überwinden. "Man hat schon Angst", sagt Anja, aber der Adrenalinkick fühle sich dann toll an.
Es kitzelt im Bauch und ist wie schnelle Achterbahn fahren.
Bei den anderen erwachsenen Schülerinnen und Schülern läuft es ähnlich gut wie bei Anja: Alle haben kleine und große Erfolgserlebnisse. Viele machen den Skate-Kurs motiviert durch ihre Kinder. Manche aber auch, weil sie schon so lange vom Skaten geträumt, sich bisher aber nie getraut haben anzufangen: Einerseits aus Sorge, als Anfänger auf dem Skateplatz aufzufallen, andererseits aus Angst vor Verletzungen.
"Niemand ist zu alt zum Skaten", sagt Skate-Lehrer Ado
Skate-Lehrer Adonias de Melo findet, dass niemand zu alt ist, um mit Skaten anzufangen. Bis vor einem Jahr hatte er Skate-Unterricht nur für Kinder und Jugendliche angeboten. Die Idee für einen Kurs für Ältere kam von den Eltern der Kinder. Ados älteste Schülerin ist über 60 Jahre alt. Sie nimmt Einzelunterricht bei ihm. Er kenne sogar 80-Jährige Leute, die noch Skateboard fahren.
Ich glaube es gibt keine Grenzen, die macht man sich nur selbst im Kopf.
Dass man mal auf den Po falle, gehöre dazu, sagt Ado. Ganz wichtig: Schoner und Schützer für gebrechliche Körperteile. Ellenbogen, Handgelenke, Knieschoner, einen Helm - "es gibt sogar Schützer für die Hüfte und für den Rücken", erzählt Trainer Ado. Hinfallen gehört aber dazu. Es ist wie im Leben: Man fällt hin, man steht wieder auf, man macht weiter.