Dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) sind die Nilgänse am Anlagensee und am Neckar ein Dorn im Auge. Palmer hatte sogar das Abschießen der Gänse als Möglichkeit ins Spiel gebracht. Das haben Tierschützer und Vogelkundler scharf kritisiert. Es gebe keine Belege dafür, dass die Nilgänse andere heimische Arten, wie etwa die Stockente, vertreiben würden. Jetzt möchte die Stadt Tübingen anders gegen die invasive Art vorgehen.
Eier werden zukünftig ausgetauscht
In der nächsten Brutsaison möchte die Stadt Tübingen die Eier der Nilgänse gegen Betoneier austauschen. So soll die Vermehrung der Tiere eingedämmt werden. Das habe sich schon im Taubenkonzept der Stadt Tübingen bewährt, heißt es. Es sei allerdings noch unklar, ob dieses Vorgehen genauso gut bei den Nilgänsen funktioniere.
Jäger haben uneingeschränkte Erlaubnis, die Nilgänse zu schießen
Schon im Januar 2026 wurde die Schonzeit der Nilgänse aufgehoben. Das bedeutet, dass Jäger sie das ganze Jahr über jagen dürfen. Die Stadt Tübingen möchte nun die Jagdpächterinnen und Jagdpächter in der Region darüber gezielt informieren und damit bewirken, dass die Nilganspopulation weiterhin reduziert wird. Lediglich Elterntiere mit Küken sind von der Jagd ausgenommen. Gerade prüft die Stadt, ob in besonders betroffenen Bereichen ein Falkner die Nilgänse vertreiben könnte. Ein organisiertes Abschießen der Tiere käme erst infrage, wenn die anderen Mittel nicht wirkten, so die Stadt.