In der Region Neckar-Alb fliegen zurzeit wieder viele junge Fledermäuse aus. Sie verlassen ihre sogenannten Wochenstuben und verirren sich nachts immer wieder mal in Schlaf- und Wohnzimmern. Das ist für viele Menschen nicht nur ein unangenehmer Besuch, sondern endet vor allem in der Ferienzeit, wenn niemand zu Hause ist, für die kleinen Fledermäuse oft tödlich.
Rolläden: Zwergfledermäuse auf Wohnungssuche
Vor allem Zwergfledermäuse verirren sich oft in Wohnungen, weil sie gerne in Schlitzen von Fassaden hausen. Sie wohnen oft an Hochhäuser, Garagen und ausgebauten Dächern von neuen Häusern. Nach einer gewissen Zeit lassen die Muttertiere ihre Jungen alleine. Die suchen sich dann eine neue Bleibe.
Nicht vollständig geschlossene Rollläden, vor allem in den oberen Stockwerken, halten jungen Fledermäuse für ein optimales neues Zuhause. Ist dahinter das Fenster gekippt, landen sie dann in den Wohnungen. Bis zu 40 Anrufe pro Tag bekommt die Tübingerin Ingrid Kaipf von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg wegen verirrter Fledermäuse.
Tübinger Expertin: Schutz vor Fledermaus-Besuch in der Nacht
Vor allem im Juli und August suchen sich junge Fledermäuse neue Plätze. Damit die kleinen Fledermäuse sich erst gar nicht in Häuser verirren, rät Fledermaus-Expertin Ingrid Kaipf, Fenster nachts nicht ungeschützt offen stehen zu lassen. Wer doch bei offenem Fenster schlafen möchte, sollte seine Rollläden komplett schließen oder sich ein Moskitonetz besorgen. So landet keine Fledermaus in der Wohnung, und man kann in Ruhe schlafen, so Kaipf. Auch wer in den Urlaub geht, sollte diese Tipps beachten.
Es kann passieren, dass die Leute in den Urlaub fahren, die Fenster gekippt lassen und dann zurückkommen und auf dem Boden lauter Leichen finden. Eine Fledermaus hält bei den Temperaturen maximal drei Tage ohne Wasser aus.
Fledermaus im Haus: Was kann man tun?
Hat sich doch mal eine kleine Zwergfledermaus in die eigenen vier Wände verirrt, gibt es zwei Möglichkeiten, sie wieder loszuwerden. Handelt es sich um mehrere Tiere, sollten die sich zunächst alle in einem Zimmer befinden. Sonst kommt in der nächsten Nacht eine ganze Schaar an Fledermäusen, die das abgeschiedene Familienmitglied retten will, erklärt Kaipf. Sind alle in einem Raum, sollten die Türen geschlossen, das Fenster weit geöffnet und das Licht ausgeschaltet werden. Da die Fledermäuse nachtaktiv sind, finden sie üblicherweise von alleine hinaus.
Es gibt noch eine zweite Möglichkeit: Man kann die Fledermäuse auch erst am Morgen fangen, wenn sie sich bereits einen Schlafplatz gesucht haben und irgendwo hängen. Mit einem Tuch können sie von dort abgenommen und mit einer Schale Wasser über den Tag in einen Karton getan werden. In der nächsten Nacht kann man sie dann im Freien wieder aussetzen.